Wirtschaft

Energiepreis-Schock Gas kostet 73 Prozent mehr als 2021

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Die Beschaffungskosten der Versorger sind explodiert: Am Terminmarkt kostet Gas das Fünffache.

(Foto: picture alliance / GEORG HOCHMUTH / APA / picturedesk.com)

Die Energiepreise sind seit vergangenem Jahr drastisch gestiegen. Verbraucher, die mit Gas kochen und heizen, zahlen mittlerweile annähernd das Doppelte. Auch der Strompreis hat zweistellig angezogen, meldet der BDEW. Der Branchenverband fordert, die Haushalte zu entlasten.

Wer im Januar einen neuen Stromtarif wählt, zahlt nach Branchenangaben im Schnitt 12,5 Prozent mehr als im Jahresmittel 2021. Der Durchschnitt der aktuell verfügbaren Stromtarife für Haushaltskunden mit 3500 Kilowattstunden Jahresverbrauch liege bei 36,19 Cent pro Kilowattstunde, berichtete der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in Berlin. Zum Vergleich: 2021 lag das Mittel bei 32,16 Cent, 2020 bei 31,81 Cent.

Wer aktuell einen neuen Gastarif etwa für ein Einfamilienhaus abschließt, zahlt bei einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden im Schnitt 12,21 Cent je Kilowattstunde und damit ganze 72,9 Prozent mehr als im Jahresmittel 2021. 2021 lag das Mittel bei 7,06 Cent, 2020 bei 5,97 Cent.

Knapp die Hälfte aller Wohnungen in Deutschland wird mit Gas beheizt. Als Grund für die Steigerungen bei Strom und Gas gab der Branchenverband höhere Beschaffungskosten der Versorgungsunternehmen aufgrund extrem gestiegener Großhandelspreise an.

Preisexplosion an den Terminmärkten

So seien die Preise auf dem Terminmarkt für Strom, auf dem die Versorger langfristig Strom einkauften, zwischen Januar und Dezember 2021 um mehr als 300 Prozent gestiegen. Am Terminmarkt für Gas hätten sich die Preise in diesem Zeitraum sogar mehr als verfünffacht.

"Diese extremen Preisanstiege an den Strombörsen müssen die Energieversorger in ihrer Preiskalkulation berücksichtigen", sagte die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, Kerstin Andreae. Dank langfristiger Beschaffungsstrategien könnten die meisten Versorger einen Teil des Preisanstiegs aber abfedern. Eine steigende Energienachfrage infolge der weltweiten Konjunkturerholung 2021 gilt als ein Hauptgrund für die gestiegenen Großhandelspreise.

Andreae forderte wegen der wachsenden Belastungen finanzielle Hilfen für die Haushalte. "Energieverbraucherinnen und -verbraucher müssen angesichts der steigenden Strom- und Gaspreise dringend entlastet werden".Insbesondere die Steuer- und Abgabenlast auf Energie müsse reduziert werden.

Quelle: ntv.de, ddi/dpa

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