Wirtschaft

Gegen Millionen-Kaution Gericht ordnet Freilassung Mengs an

In den USA drohen der in Kanada festgenommenen Huawei-Finanzchefin 30 Jahre Haft. Sie soll unter anderem gegen die Iran-Sanktionen verstoßen haben. Ein Gericht in Vancouver setzt die Chinesin nun auf freien Fuß. Ein Einlenken Richtung Peking?

Die in Kanada festgenommene Finanzchefin des chinesischen Telekom-Konzerns Huawei kommt vorerst gegen Kaution auf freien Fuß. Ein Gericht im kanadischen Vancouver stimmte nach dreitägigen Anhörungen einem entsprechenden Antrag der Verteidiger von Meng Wanzhou zu. Die Top-Managerin und Tochter des Huawei-Gründers Ren Zhengfei hinterlegt 10 Millionen kanadische Dollar (6,6 Millionen Euro), um bis zur endgültigen Entscheidung über ihre drohende Auslieferung in die USA aus der Haft entlassen zu werden.

Meng war am 1. Dezember auf Betreiben der US-Behörden, die ihre Auslieferung fordern, in Kanada festgenommen worden. Das Gericht genehmigte die Kaution nur unter mehr als einem Dutzend Bedingungen, unter anderem muss Meng ihre Pässe abgeben. Zudem muss die 46-Jährige ein Gerät zur GPS-Ortung tragen und sich rund um die Uhr von einem Wachdienst beaufsichtigen lassen, für den sie selbst bezahlt. Sie darf sich auch nur in einem bestimmten Teil von Vancouver bewegen.

30 Jahre Haft drohen

Meng wird von US-Ermittlern vorgeworfen, über ein inoffizielles Tochterunternehmen namens Skycom Geschäfte mit dem Iran gemacht und dadurch gegen Sanktionen verstoßen zu haben. In diesem Zusammenhang wird sie auch beschuldigt, falsche Angaben gegenüber Banken gemacht zu haben. Bei einer Auslieferung und Verurteilung würden ihr in den USA laut Anklage 30 Jahre Haft wegen "Verschwörung zum Betrug von Finanzinstitutionen" drohen.

Der Fall belastet die Beziehungen Chinas zu den USA und Kanada. An den Finanzmärkten regten sich Sorgen wegen einer erneuten Eskalation des Handelsstreits zwischen Peking und Washington. China hat scharf gegen Mengs Festnahme protestiert und ihre sofortige Freilassung gefordert.

Huawei äußerte die Hoffnung auf eine schnelle Lösung des Falles. "Wir haben volles Vertrauen, dass das kanadische und amerikanische Rechtssystem einen gerechten Abschluss in den folgenden Verfahren erreichen werden", sagte eine Sprecherin. Huawei halte sich an alle Gesetze und Regeln der Länder, in denen das Unternehmen operiere - einschließlich der Exportkontrollen und Sanktionen der Vereinten Nationen, der USA und der Europäischen Union.

Die kanadische Regierung bestätigte die Festnahme eines ihrer früheren Diplomaten in China, was zu Spekulationen über eine Vergeltungsaktion Pekings führte. "Wir wissen von der Festnahme eines kanadischen Staatsbürgers in China", teilte das Außenministerium mit. Man stehe in Kontakt mit den chinesischen Behörden wegen des Falls. Der Minister für Öffentliche Sicherheit, Ralph Goodale, sagte in Ottawa, man sei "zutiefst besorgt" über die Festnahme des Mannes namens Michael Kovrig. Kovrigs heutiger Arbeitgeber, die regierungsunabhängige Organisation Crisis Group, hatte zuvor mitgeteilt, man gehe Berichten nach, wonach der Nordostasien-Experte in China festgenommen worden sei.

Quelle: n-tv.de, bad/rts/dpa

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