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Donnerstag, 01. November 2018

Gegen Rassismus und Sexismus: Google-Angestellte protestieren weltweit

Bei Google kommt es immer wieder zu sexueller Belästigung. Einige Verantwortliche werden deshalb entlassen. Tausende Mitarbeiter auf der ganzen Welt fordern mehr Gleichberechtigung in ihrem Konzern und verabreden sich deshalb zu einer Demonstration.

Tausende Google-Mitarbeiter haben am Donnerstag weltweit gegen Sexismus, Rassismus und unkontrollierte Macht von Managern in ihrem Konzern protestiert. In Asien und Europa legten Mitarbeiter jeweils am späten Vormittag die Arbeit nieder. Unter dem Hashtag #GoogleWalkout verabredeten sich Mitarbeiter etwa in Tokio, London und Dublin jeweils um 11.10 Uhr Ortszeit ihre Büros zu verlassen.

Auch in den USA riefen die Organisatoren des Protests zu solchen Aktionen und Kundgebungen auf. Sie fordern unter anderem, dass der Google-Mutterkonzern Alphabet einen Arbeitnehmer-Vertreter in seinen Verwaltungsrat aufnimmt und gleiche Bezahlung von Männern und Frauen transparent macht.

Die Protest-Aktionen folgen monatelangen Diskussionen über Gleichberechtigung, Sexismus und mangelnder Diversität in dem Technologiekonzern. Google-Chef Sundar Pichai erklärte, Mitarbeiter hätten viele konstruktive Ideen eingebracht und der Konzern arbeite daran, diese Ideen umzusetzen.

Deckt Google Führungskräfte?

Die Beschäftigten reagieren nicht zuletzt auf einen Bericht der "New York Times", laut dem Google schützend die Hand über Führungskräfte hielt, denen sexuelle Belästigung oder Nötigung vorgeworfen wurde. In dem Bericht heißt es, der Erfinder der Handy-Betriebssoftware Android, Andy Rubin, habe Google 2014 nach dem Vorwurf sexueller Belästigung verlassen müssen, aber eine Abfindung von 90 Millionen Dollar erhalten. Google hatte dem Bericht nicht widersprochen.

Google-Chef Sundar Pichai hatte dazu in der vergangenen Woche Stellung bezogen und versichert, das Unternehmen fahre einen harten Kurs bei Fehlverhalten und habe alleine in den letzten zwei Jahren 48 Mitarbeiter wegen Anschuldigungen sexueller Belästigung gefeuert. Mitarbeiter hätten interne Meldesysteme genutzt, um unangemessenes Verhalten anonym anzuzeigen.

Quelle: n-tv.de