Wirtschaft

Grünes Licht für Australien Google-Schwester liefert Waren per Drohne

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Ein Paketbote, der gar nicht klingelt: Wing-Drohnen sollen die bestellte Waren vor der Haustür abwerfen.

(Foto: © Wing.com)

Im australischen Canberra darf der Google-Ableger Wing künftig Pakete per Flugroboter zum Kunden bringen. Nach jahrelangen Vorarbeiten hält die Alphabet-Tochter alle erforderlichen Genehmigungen in Händen. Nächstes Ziel der Liefer-Drohnen: Europa.

Der Google-Mutterkonzern Alphabet hat nach Abschluss einer ausgiebigen Testphase die reguläre Warenlieferung per Drohne in Australien gestartet. Zunächst sei das Angebot für entsprechend zugängliche Häuser im Norden der Hauptstadt Canberra verfügbar, kündigte das Tochterunternehmen Wing an. Es ist das erste Land weltweit, in dem Google den neuen Drohnen-Service anbietet. Erst kürzlich hatte die Firma die letzte der erforderlichen Genehmigungen der zuständigen Flugaufsicht erhalten.

Im Testbetrieb lässt Wing in dem Land autonome Drohnen bereits seit 2014 Lebensmittel, kleine Haushaltswaren oder Arzneimittel ausfliegen. Es seien bereits mehr als 3000 Flüge vorgenommen worden, teilte Wing mit. In Kürze will das Unternehmen einen Drohnen-Lieferdienst in Finnland starten.

Der Transport per Drohne gilt vor allem in dünn besiedelten Gebieten als vielversprechend: Branchenkenner sehen in den autonom fliegenden Lieferrobotern eine kosten- und zeitgünstige Möglichkeit, um Pakete in entlegene Wohngebiete zu bringen.

Abwurf über dem Vorgarten

Die Wing-Drohnen beispielsweise werfen die gut verpackte Ware aus einer geringen Höhe über dem Grundstück des Empfängers ab. Idealweise landet das Paket vor der Haustür im Vorgarten. Der Kunde bestätigt den Empfang der Warensendung per App.

Neben Google arbeiten auch andere Konzerne an eigenen Drohnen-Diensten. Amazon befindet sich mit seinem Angebot "Prime Air" noch in der Testphase. In den USA ist zudem bereits das Startup Flirtey in der Luft unterwegs. Auch die Deutsche Post experimentiert mit der Auslieferung von Paketen per Drohne.

Geeignet ist dieser Lieferweg über die "letzte Meile" vom Paketzentrum zum Kunden allerdings nur in Wohngebieten mit einzeln stehenden Gebäuden. Für die Belieferung von Kunden, die wie viele Großstadtbewohner in Mehrfamilienhäusern oder Etagenwohnungen leben, dürfte der herkömmliche Paketdienst per Lieferwagen und Bote auf absehbare Zeit unersetzlich bleiben.

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Quelle: n-tv.de, lri/rts

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