Wirtschaft

Kein Konsens über Sparpaket Griechenland steuert auf Rezession zu

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Die Einigung mit den Gläubigern steht weiter aus: Einem Bericht zufolge soll die Regierung Änderungswünsche als "überzogen" bezeichnet haben.

(Foto: imago/Christian Ohde)

Wolfgang Schäuble blickt voller Hoffnung auf die Entwicklung Athens - doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache. Die Wirtschaft schrumpft zu Jahresbeginn stärker als bisher angenommen - und auch eine Einigung mit den Gläubigern steht weiter aus.

Griechenland steuert auf die nächste Rezession zu. Die Wirtschaft des Euro-Landes schrumpfte zwischen Januar und März um 0,5 Prozent zum Vorquartal und damit stärker als zunächst angenommen, wie das Statistikamt Elstat mitteilte und damit eine Schätzung von Mitte Mai von minus 0,4 Prozent leicht revidierte.

Fachleute sprechen von einer Rezession, wenn das Bruttoinlandsprodukt eines Landes zwei Quartale in Folge sinkt. In sieben der vergangenen acht Jahre war die Wirtschaft des hoch verschuldeten Landes geschrumpft, auch für 2016 erwartet die EU-Kommission ein Minus von 0,3 Prozent.

Die Finanzminister der Euro-Zone und der Internationale Währungsfonds (IWF) haben sich vorige Woche auf weitreichende Hilfen für Griechenland geeinigt. Die Geldgeber und die Regierung in Athen verständigten sich grundsätzlich auf die Auszahlung weiterer Finanzmittel in Höhe von 10,3 Milliarden Euro. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sagte auf einer Konferenz in Berlin, er sehe Griechenlands Entwicklung mit mehr Hoffnung.

Weiter keine Einigung mit Gläubigern

Eine punktuelle Einigung zwischen der Regierung in Athen und den Gläubigern beim neuen Sparpaket steht indes weiter aus. Eine Videokonferenz am Sonntag habe weitere offene Baustellen in der Vereinbarung an den Tag gebracht, berichtete die Athener Tageszeitung "Kathimerini".

Demnach gibt es zwei wesentlichen Knackpunkte: Die sogenannten "faulen Kredite" bei griechischen Banken, die sich auf viele Milliarden Euro belaufen und an ausländische Fonds verkauft werden sollen, sowie eine Solidaritätszulage für griechische Rentner - darauf besteht die griechische Regierung.

Insgesamt hätten die Gläubiger weitere 15 Änderungen an dem bisherigen Gesetzesentwurf gefordert, beschwerte sich die griechische Regierung dem Bericht zufolge. Athener Regierungskreise bezeichneten die Wünsche als "überzogen" und zu detailliert, obwohl die wesentlichen Vereinbarungen doch von griechischer Seite erfüllt worden seien.

Quelle: n-tv.de, jgu/rts/dpa

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