Wirtschaft
Eine Umfassende Reform des Rentensystems kann und will die griechische Regierung nicht durchsetzen.
Eine Umfassende Reform des Rentensystems kann und will die griechische Regierung nicht durchsetzen.(Foto: REUTERS)
Dienstag, 25. Oktober 2016

17 Milliarden Euro Außenstände: Griechisches Rentensystem vor dem Kollaps

Es ist ein Teufelskreis: Aufgrund der Wirtschaftskrise können Hunderttausende Griechen keine Rentenbeiträge zahlen. Das wiederum ist einer der Gründe, warum die Regierung ihre Finanzen nicht in den Griff bekommt. Nun schießen die Gläubiger erneut nach.

Zehntausende Freischaffende und Unternehmen können in Griechenland ihre Rentenbeiträge nicht mehr zahlen. Die Schulden an die Rentenkassen erreichten im Oktober fast 17 Milliarden Euro. Dies teilte die größte griechische Rentenkasse IKA mit. Der Bericht wurde in der griechischen Presse veröffentlicht.

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Die Schulden seien "schwindelerregend", hieß es im griechischen Rundfunk: Demnach schulden knapp 635.000 Griechen den Rentenkassen zwischen 5000 Euro und 30.000 Euro. Gut 61.000 Freischaffende und Arbeitgeber schulden zwischen 50.000 und 100.000 Euro. Schließlich gibt es etwa 1120 Zahlungspflichtige - in ihrer Mehrheit Unternehmen -, die den Rentenkassen mehr als eine Million Euro schulden. 

Nächste Hilfstranche kommt

Das hohe Defizit der Rentenkassen ist einer der Gründe, die Reformen dringend notwendig machen. Fast jeden Monat muss der Staat einspringen und mit Finanzspritzen den Rentenkassen unter die Arme greifen, damit die Renten gezahlt werden können. Zudem wurden zahlreiche Renten in den vergangenen sechs Jahren drastisch gekürzt. Solange die griechische Wirtschaft nicht rasch wachse, sei eine Lösung des gewaltigen Problems nicht in Sicht, schrieb die griechische Finanzpresse.

Unterdessen kann die Regierung in Athen auf auf neue Unterstützung ihrer Gläubiger hoffen. Wie drei Vertreter der Eurozone berichteten, wird das schuldengeplagte Land neue Kredite in Höhe von 2,8 Milliarden Euro erhalten, nachdem es wichtige Reformschritte vollzogen hat.  

Die Auszahlung der nächsten Hilfstranche, der der Euro-Rettungsfonds ESM am Dienstag offiziell zustimmen soll, setzt den formalen Schlussstrich unter die erste Überprüfung des Hilfspakets für Griechenland von bis zu 86 Milliarden Euro, auf das sich Athen und die Euro-Länder im vergangenen Sommer geeinigt hatten.

Quelle: n-tv.de