Wirtschaft

Grund sind SondervermögenStaatsdefizit steigt auf gut 127 Milliarden Euro

07.04.2026, 11:04 Uhr
00:00 / 03:14
Der-Bundesadler-wird-im-Plenarsaal-des-Bundestags-von-der-Sonne-angestrahlt
Alle staatlichen Ebenen weisen ein Defizit auf. (Foto: picture alliance/dpa)

Deutschlands Staatsfinanzen bleiben weiter unter Druck: Das Haushaltsdefizit ist 2025 nicht gesunken. Besonders die Ausgaben des Bundes treiben es auf den höchsten Stand seit Beginn des Ukraine-Kriegs.

Der öffentliche Gesamthaushalt in Deutschland hat im vergangenen Jahr mit dem höchsten Finanzierungsdefizit seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs im Energiekrisen-Jahr 2022 abgeschlossen. Der Fehlbetrag lag bei 127,3 Milliarden Euro und damit um 22,9 Milliarden Euro höher als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im Gegensatz zu damals wiesen 2025 jedoch alle staatlichen Ebenen - Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen - ein Defizit auf. Insgesamt standen den Einnahmen von rund 2,081 Billionen Euro Ausgaben von etwa 2,208 Billionen Euro gegenüber.

Hauptverantwortlich für den Anstieg war der Bund, dessen Defizit sich um 34,5 Milliarden auf 85,4 Milliarden Euro vergrößerte. Dahinter steht auch die politische Entscheidung, zur Finanzierung stärker auf Schulden zurückzugreifen. Dies schlug sich in den komplett kreditfinanzierten Sondervermögen für die Bundeswehr sowie für Infrastruktur und Klimaschutz nieder.

Die Gemeinden verzeichneten mit 31,9 Milliarden Euro ein Rekorddefizit. Die Schere zwischen einem Einnahmenzuwachs von 4,1 Prozent und einem Ausgabenplus von 5,6 Prozent ging hier weiter auseinander als 2024.

Verbesserung bei Ländern

Ihren Fehlbetrag verringern konnten hingegen die Länder und die Sozialversicherung. Das Defizit der Länder sank um 9,5 Milliarden auf 8,7 Milliarden Euro. Gut drei Viertel davon entfielen auf die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen, während fünf Flächenländer wie Bayern und Hessen Überschüsse erzielten.

Die Sozialversicherung schloss mit einem Minus von 1,3 Milliarden Euro ab, was eine Verbesserung um 9,2 Milliarden Euro bedeutet. Hier wirkten sich um neun Prozent höhere Beitragseinnahmen aus, unter anderem durch höhere Zusatzbeiträge zur Krankenversicherung.

Die gestiegenen Ausgaben des Bundes dienten unter anderem dem Stabilisieren der Sozialkassen durch höhere Zuschüsse und Darlehen. Zudem gewährte der Bund der Deutschen Bahn 5,3 Milliarden Euro zur Erhöhung des Eigenkapitals und stellte ihr ein Darlehen über drei Milliarden Euro zur Verfügung. Ein wesentlicher Ausgabentreiber waren die militärischen Beschaffungen, die um 23,4 Prozent auf 39 Milliarden Euro stiegen. Dämpfend auf die Ausgaben wirkte sich eine neue Buchungspraxis für Bundeswertpapiere aus, wodurch die Zinsausgaben gegenüber 2024 zurückgingen.

Quelle: ntv.de, raf/rts/AFP

StaatsverschuldungDeutschlandStatistisches BundesamtDefizitHaushaltStaatsausgaben