Wirtschaft

Größte Bank Europas HSBC steuert unsicherem Brexit entgegen

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London Mitte Februar 2019: Wie hart wird der Brexit britische Banken wie die HSBC treffen?

(Foto: picture alliance/dpa)

Das größte private Geldhaus Europas fährt glänzende Gewinne ein: HSBC-Chef Flint kann nach seinem ersten Jahr an der Konzernspitze ein Ergebnis von umgerechnet 13,3 Milliarden Euro vorlegen. An der Geschäftsprognose hält Flint trotz Brexit-Sorgen fest.

Die britische Großbank HSBC hat ihren Gewinn 2018 zum Jahresende hin deutlich gesteigert. Der Konzerngewinn stieg im Gesamtjahr um mehr als ein Viertel auf rund 15 Milliarden Dollar (13,3 Milliarden Euro), wie das Kreditinstitut am Konzernsitz in London mitteilte.

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Der um Sonderposten und Währungskurse bereinigte Vorsteuergewinn wuchs um drei Prozent auf 21,7 Milliarden Dollar. Mit dieser Kennzahl verfehlte die HSBC allerdings die Erwartungen von Analysten, die im Schnitt mit gut einer Milliarde mehr gerechnet hatten. Für Aktionäre der HSBC soll es dafür eine stabile Gewinnausschüttung geben: Die Gesamtdividende dem Vorschlag der Konzernführung zufolge mit 51 Cent je Anteilsschein auf unverändertem Niveau bleiben.

Die Konzernbilanz liefert dem neuen Mann an der Spitze gute Argumente: HSBC-Chef John Flint hatte die HSBC-Führung erst im vergangenen Jahr von seinem Vorgänger Stuart Gulliver übernommen. Trotz weltweiter Börsenturbulenzen, trotz zunehmender konjunktureller Risiken und trotz der Unwägbarkeiten des anstehenden EU-Austritts Großbritanniens sprach Flint bei der Zahlenvorlage von einem guten Start ins neue Jahr.

Mit Blick auf die nahe Zukunft äußerte sich Flint dagegen etwas vorsichtiger. Zwar bestätigte er die im vergangenen Sommer bekanntgegebenen Finanzziele des HSBC. Sorge bereitet ihm jedoch die derzeitige wirtschaftliche Entwicklung vor allem in Großbritannien. Die Auswirkungen des Brexit sind auch für ein internationales Schwergewicht wie die HSBC unkalkulierbar. Die britische Großbank hält früheren Angaben seit vergangenem Sommer ein Maßnahmenpaket bereit, um die Geschäfte auch im Fall eines ungeregelten EU-Austritts möglichst ungehindert fortführen zu können.

"Wir haben einen robusten Notfallplan", hatte HSBC-Chef Flint vor Investoren betont. Als Teil dieser Maßnahmen wurden bereits die Zuständigkeiten für geschäftliche Aktivitäten in der Eurozone von der Londoner Zentrale in die HSBC-Niederlassung in Paris verlegt. Auf diese Weise will die Bank sicherstellen, dass sie ihre europäischen Kunden auch nach einem EU-Austritt Großbritanniens noch bedienen kann.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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