Wirtschaft

Konjunkturprognose und Inflation Habeck startet mit schlechten Nachrichten

Nach dem Corona-Schock 2020 hofften viele Experten auf eine schnelle Erholung der Konjunktur. Doch die Aufholjagd geht langsamer als gedacht. Nun senkt die Bundesregierung ihre Prognose für das Jahr 2022. Auch eine rasche Senkung der Verbraucherpreise gibt es wohl nicht.

Die Bundesregierung hat wegen der Pandemie ihre Konjunkturprognose für dieses Jahr gesenkt. Wirtschaftsminister Robert Habeck sprach in seinem Jahreswirtschaftsbericht von einer schwierigen wirtschaftlichen Aufholphase. Für 2022 erwartet die Regierung ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 3,6 Prozent. Die Vorgängerregierung war im Herbst von 4,1 Prozent ausgegangen.

Im ersten Quartal werde die Wirtschaftsleistung voraussichtlich noch durch die Pandemie und die Beschränkungen vor allem bei den Dienstleistungen beeinträchtigt, hieß es in dem Bericht. "Mit zunehmender Impfquote sollte es gelingen, das Pandemiegeschehen bald nachhaltig einzudämmen und die Krisenhilfen zurückzufahren", sagte der Grünen-Politiker Habeck. "Dann wird sich auch die wirtschaftliche Erholung zusehends beschleunigen."

2021 legte die deutsche Wirtschaft mit voraussichtlich 2,7 Prozent Wachstum zwar wieder zu. Allerdings fiel der Zuwachs geringer aus als lange erhofft. Im Krisenjahr 2020 war die Wirtschaftsleistung um 4,6 Prozent eingebrochen.

Lieferengpässe als Preistreiber

Zuletzt gab es trotz der fünften Corona-Welle, Lieferproblemen und gestiegenen Energiepreisen wieder Nachrichten, die Optimisten Nahrung gaben. So stieg das Ifo-Geschäftsklima, Deutschlands wichtigstes Konjunkturbarometer, im Januar überraschend. Es war die erste Aufhellung seit Mitte vergangenen Jahres. Am Mittwoch gaben die Wirtschaftsforscher dann bekannt, dass auch der Index der Exporterwartungen gestiegen ist, mit 17,4 Punkten sogar auf den höchsten Wert seit September. Besonders deutliche Zuwächse erwarten die Elektroindustrie und Maschinenbauer.

Bei den Preisen können die Menschen in Deutschland indes nicht auf eine rasche Entspannung hoffen. "Insgesamt wird damit gerechnet, dass der Anstieg des Verbraucherpreisniveaus in diesem Jahr mit jahresdurchschnittlich 3,3 Prozent abermals deutlich ausfällt", heißt es im Jahreswirtschaftsbericht. Im Schnitt des vergangenen Jahres erhöhten sich die Verbraucherpreise um 3,1 Prozent. Vor allem höhere Energiekosten heizen die Inflation an.

Als wichtigen Preistreiber sieht die Regierung in diesem Jahr weiter Lieferengpässe, etwa bei Halbleitern. Hier sei erst im Jahresverlauf mit einer allmählichen Entspannung zu rechnen, heißt es im Bericht. Bis dahin dürften die Unternehmen die Preise merklich erhöhen. Außerdem wird es laut Regierung bei den Energiepreisen im ersten Halbjahr zu erhöhten Steigerungsraten gegenüber dem Vorjahr kommen, weil diese Preise erst im Jahresverlauf 2021 so stark zunahmen.

Quelle: ntv.de, dbe/dpa

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