Schneller als andere GruppenHälfte der frühen Ukraine-Flüchtlinge hat mittlerweile einen Job

Vor knapp vier Jahren überfällt Russland die Ukraine. Hunderttausende Menschen fliehen in der Folge nach Deutschland. Von den Erstankömmlingen hat seitdem die Hälfte einen Job gefunden. Dennoch erhalten viele von ihnen weiter staatliche Hilfen.
Die Hälfte der in den ersten sechs Kriegsmonaten aus der Ukraine geflohenen Menschen im erwerbsfähigen Alter hat inzwischen eine Beschäftigung in Deutschland gefunden. Dies zeigt eine aktuelle Analyse des Forschungsinstituts der Bundesagentur für Arbeit und des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf).
Die Beschäftigungsquote der Ukrainer liegt damit immer noch deutlich niedriger als die der Gesamtbevölkerung im erwerbsfähigen Alter. Diese lag im Juni vergangenen Jahres bei rund 68 Prozent. Die Eingliederung in den Arbeitsmarkt verlief aber schneller als bei früheren Fluchtbewegungen.
Zudem sind unter den Geflüchteten viele Frauen, die sich wegen der Ausreisebeschränkungen für wehrpflichtige Männer alleine um ihre minderjährigen Kinder kümmern müssen. So waren den Angaben zufolge im September 2025 lediglich 21 Prozent der Ukrainerinnen mit Kleinkindern unter drei Jahren und ohne Partner abhängig beschäftigt.
Hohe Teilzeitquote
Die Analyse verknüpft Befragungsdaten mit Sozialversicherungsdaten der Bundesagentur für Arbeit. Sie enthält keine aktuellen Zahlen zu den Selbstständigen unter den Geflüchteten aus der Ukraine. Im Jahr 2023 lag die Quote demnach bei etwa 5,3 Prozent.
Weil geflüchtete Ukrainerinnen häufig in Teilzeit arbeiten, beziehen viele Ukraine-Flüchtlinge weiterhin staatliche Leistungen. Die Daten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigen: 41 Prozent der ukrainischen Geflüchteten mit Job lebten zwei Jahre und neun Monate nach ihrer Ankunft in Deutschland in einem Haushalt, der zusätzlich Leistungen erhielt. Die Analyse besagt, dass Familien mit Kindern besonders oft ergänzende Leistungen beziehen.
Den Angaben zufolge ist das Tempo, mit dem Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine in Arbeit gekommen sind, höher als bei früheren Fluchtbewegungen, wo eine Beschäftigungsquote von 50 Prozent erst rund zweieinhalb Jahre später erreicht worden sei. Dies mag am relativ hohen Bildungsniveau der Ukraine-Flüchtlinge liegen. Auch müssen sie kein Asylverfahren durchlaufen und dürfen sofort arbeiten.