Wirtschaft

Kritik am Waschmittelverbot Henkel & Co. suchen Kontakt nach Russland

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Wer in Russland Wäsche waschen möchte, bekommt dieser Tage kein frisches Waschmittel aus dem Westen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Waschmittelhersteller haben Pech gehabt. In Russland dürfen sie ihre Produkte vorerst nämlich nicht mehr verkaufen. Angeblich entsprechen diese nicht den dortigen Qualitätsstandards, doch hierzulande werden Zweifel laut.

Die deutsche Wirtschaft hat das russische Verbot von Waschmitteln westlicher Hersteller als "neuen Höhepunkt" im Sanktionsstreit zwischen Russland und dem Westen kritisiert. Wegen angeblicher Verstöße gegen die Schadstoffbestimmungen hatten die Behörden in Moskau zuvor Hygieneprodukte mehrerer Firmen aus dem Verkehr gezogen.

Betroffen sind auch Markenartikel vom russischen Ableger des deutschen Konzerns Henkel sowie der Firma Werner & Mertz. Wegen der Ukraine-Krise und dem daraus resultierenden Sanktionsstreit ist das Verhältnis zwischen Russland und den westlichen Staaten vergiftet.

Das Verbot sei unverhältnismäßig und schade dem Image Russlands, meinte der Präsident der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK), Rainer Seele. "Es erscheint wenig glaubwürdig, dass Unternehmen, die in einigen hundert Ländern der Welt handeln, nur in Russland die Anforderungen an Qualitäts- und Verbraucherschutz nicht erfüllen", sagte er.

Hersteller sind irritiert

Deutsche Unternehmen zeigten sich überrascht. Henkel erklärte, alle in Russland angebotenen Wasch- und Reinigungsmittel hätten das staatliche Registrierungszertifikat erhalten. Man suche deshalb den Kontakt zu den Behörden, um den Hintergrund des Verkaufsstopps zu verstehen. Werner & Mertz will die genauen Umstände durch den Vertriebspartner des Unternehmens in Moskau prüfen lassen.

Die AHK forderte Russland auf, die Verbote rasch aufzuheben. Die Chefin der Verbraucherschutzbehörde in Moskau, Anna Popowa, betonte im TV-Sender Rossija 24, von einem generellen Verbot oder Embargo sei keine Rede. Vielmehr gehe es um einzelne Kontrollen.

Quelle: ntv.de, ame/dpa

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