Wirtschaft

Eaglevale-Fonds schließt Hillarys Schwiegersohn ist arbeitslos

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Marc Mezvinsky mit den Clintons.

(Foto: picture alliance / dpa)

Marc Mezvinsky, Ehemann von Chelsea Clinton, hat mit riskanten Wetten auf Griechenland Millionensummen verzockt. Jahre später, und nachdem der Wahlkampf seiner Schwiegermutter Hillary vorbei ist, gibt er seine Investmentfirma nun endlich auf.

Der Schwiegersohn von Hillary und Bill Clinton, Marc Mezvinsky, hat seine Investmentfirma Eaglevale Partners endgültig geschlossen. Der Pleite-Hedgefonds hatte vor allem wegen seiner riskanten Griechenland-Wetten für Negativschlagzeilen gesorgt. Wie Bloomberg nun unter Berufung auf Insider berichtete, schloss der erfolglose Finanzinvestor seine Firma bereits im Dezember - also kurz nachdem seine Schwiegermutter Donald Trump bei der US-Wahl unterlag.

Während des Wahlkampfs war der Mann von Chelsea Clinton so gut es ging in Deckung gegangen. Jetzt wollen Mezvinsky und seine Partner den verbliebenen Investoren angeblich ihr Geld auszahlen, wie die Finanzagentur weiter schreibt.  

Zu den größten Verlierern des Kundenkreises von Eaglevale zählt der Chef von Goldman Sachs, Lloyd C. Blankfein. Er ist auch der ehemalige Vorgesetzte von Mezvinsky. Der Clinton-Schwiegersohn hatte Eaglevale 2011 nach acht Jahren bei Goldman Sachs zusammen mit den beiden Händlern Bennett Grau und Mark Mallon gegründet. Blankfein gehörte zu ihren ersten Kunden.

Für einen kleineren Fonds "Hellenic Opportunity" hatte Eaglevale 2014 insgesamt 25 Millionen Dollar von Investoren eingesammelt. Der Fonds setzte vor allem auf eine Wiederbelebung der griechischen Wirtschaft. Mezvinsky und seine Partner investierten das Geld in Bankaktien und griechische Staatsanleihen. Bereits Ende desselben Jahres war jedoch klar, dass es die falsche Wette war. Eaglevale informierte seine Investoren darüber im Februar 2015. Laut "New York Times" hatte der Fonds damals bereits 90 Prozent seiner Einsätze eingebüßt. Geschlossen wurde der Griechenland-Fonds jedoch erst Mitte 2016. Das Ende der gesamten Firma kommt nun ein halbes Jahr später.

Friends-and-Family

Die Verbindung zwischen der Clinton-Familie zu Goldman Sachs sorgte während des Wahlkampfes nicht nur wegen Blankfeins glücklosem Investment bei Eaglevale für Schlagzeilen. Proteste hagelte es, weil Hillary Clinton für einen von Goldman Sachs gebuchten Vortrag im Oktober 2013 bei einer Technologie-Konferenz in Arizona 225.000 Dollar von der Bank kassiert hatte. Mezvinsky arbeitete zu dem Zeitpunkt nicht mehr bei Goldman Sachs.

Neben Blankfein erlitt ein weiterer Bekannter aus dem unmittelbaren Umfeld der Clintons hohe Verluste: Marc Lasry. Er ist Mitbegründer des 13 Milliarden Dollar schweren Hedgefonds Avenue Capital. Chelsea Clinton arbeitete bei ihm nach ihrem Universtitätsabschluss in Stanford. "Ich habe ihnen Geld gegeben, weil ich dachte, es würde mir Geld bringen, erklärte Lasry Ende 2016 der "Times". Sein Investment bei Eaglevale belief sich auf eine Million Dollar.

Marc Mezvinsky stammt ebenso wie Chelsea Clinton aus einer einflussreichen Politiker-Familie. Sein Vater Edward war in den 70er Jahren Kongressabgeordneter für Ioawa, seine Mutter Marjorie Margolies Mitte der 90er Jahre Kongressabgeordnete für Pennsylvania. Edward Mezvinsky versuchte sich ebenfalls als Finanzinvestor. Diese Karriere endete allerdings noch schlimmer. Er musste für fünf Jahre ins Gefängnis, weil er Familie und Freunde mit einem Schneeball-System um zehn Millionen Dollar betrogen hatte.

Chelsea Clinton und Marc Mezvinsky sind seit 2010 verheiratet, sie haben eine Tochter und einen Sohn. Kurz nachdem Mezvinsky Eagleville gründete, zogen sie in ein 10-Millionen-Dollar-Apartment gegenüber vom New Yorker Madison Square Garden. Laut Daily Mail soll der Wert heute rund 15 Millionen Dollar betragen. Einen Full-Time-Job hat derzeit keiner von beiden.

Quelle: n-tv.de, ddi

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