Wirtschaft

Ren warnt vor "kaltem Krieg" Huawei schlägt Anti-Spionage-Pakt vor

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Huawei-Boss Ren will mit der Bundesregierung ein "Anti-Spionage-Abkommen" schließen.

(Foto: imago/Kyodo News)

Wegen Sicherheitsbedenken rund um den Ausbau des deutschen 5G-Netzes steht der chinesische Technikriese Huawei in der Kritik. Konzernchef Ren geht mit einem diplomatischen Angebot in die Offensive. Den USA hingegen macht er schwere Vorwürfe.

Der Gründer des umstrittenen chinesischen Telekommunikationskonzerns Huawei, Ren Zhengfei, hat Deutschland ein "Anti-Spionage-Abkommen" angeboten, um mögliche Sicherheitsbedenken beim Ausbau der 5G-Mobilfunknetze aus dem Weg zu räumen. Man habe dem deutschen Innenministerium gesagt, dass Huawei bereit wäre, ein "No-Spy-Agreement" mit der deutschen Regierung zu unterzeichnen, sagte Ren dem "Handelsblatt" und der "Wirtschaftswoche".

Huawei verspreche, keine Hintertüren in die Netzwerke einzubauen. "Ich würde auch die chinesische Regierung dazu drängen, ein 'No-Spy-Agreement' mit Deutschland zu unterzeichnen, in dem sich Peking zusätzlich dazu verpflichten könnte, sich an die EU-Datenschutz-Grundverordnung halten zu wollen."

Huawei ist ein führender Anbieter der Infrastrukturtechnik der fünften Mobilfunk-Generation (5G), die deutlich schnellere Datenübertragungsraten bringen soll. In den USA und auch in Deutschland sind die Chinesen aber jüngst wegen Sicherheitsbedenken rund um Datennetzwerke unter Druck geraten.

Manche Sicherheitsexperten fordern, Huawei vom Ausbau des neuen 5G-Mobilfunknetzes komplett auszuschließen. Die Bundesregierung befürwortet allerdings nicht den generellen Ausschluss von Huawei und anderen Anbietern aus China, sondern setzt auf eine Streuung der Aufträge unter verschiedenen Anbietern.

"Atombombe" versus "Wasserhahn"

Ren warnte in dem Interview vor einem "neuen kalten Krieg". Wenn der Westen einen solchen Krieg nicht wolle, "muss er offen bleiben und den Aufstieg anderer Länder hinnehmen", sagte er. Den USA warf Ren eine zu aggressive Sichtweise bei der Technologie-Einschätzung vor: "Leider sehen die USA 5G-Technik als eine strategische Waffe. Für sie ist es eine Art Atombombe", sagte er. Diese Einschätzung der Dinge stimme jedoch nicht. Das Huawei-Angebot im 5G-Bereich sei eher mit einem "Wasserhahn" zu vergleichen, "aus dem die Datenpakete in den Umlauf, also ins Netzwerk, gebracht werden".

Ren betonte, sein Unternehmen habe nie Hintertüren in seine Technik eingebaut. "Wenn Huawei in irgendeinem Land jemals bösartig gehandelt hätte, wenn wir etwa eine Hintertür in unsere Ausrüstung eingebaut hätten, würden wir unsere Märkte in über 170 Ländern riskieren. Alle unsere Mitarbeiter könnten ihren Job verlieren. Das wäre schlimmer als der Tod für mich", erklärte der Konzernchef.

Quelle: n-tv.de, cri/dpa/DJ

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