Wirtschaft

Reformen nicht ausreichend IWF: Athens Schuldenlast ist "explosiv"

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Athen in der Dauerkrise: Noch immer ist jeder fünfte Grieche arbeitslos.

(Foto: AP)

Der Internationale Währungsfonds ist unzufrieden mit den Fortschritten, Griechenlands Schuldenberg zu verringern. Von der EU fordert der IWF "glaubwürdigere" Maßnahmen - und droht andernfalls mit der Absage ans neue Rettungspaket.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) stuft Griechenlands Schuldenlast als derzeit "unhaltbar" und langfristig "explosiv" ein. "Selbst bei einer vollständigen Umsetzung der im (Rettungs-)Programm gebilligten Reformen werden die Staatsverschuldung und der Finanzbedarf langfristig explosiv werden", heißt es in einem vertraulichen IWF-Bericht, aus dem die Nachrichtenagentur AFP zitierte.

Um den Schuldenberg des Landes zu verringern, müsse die Eurozone "glaubwürdigere" Maßnahmen ergreifen. Wenn nicht, werde sich der Schuldenstand auf 275 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes (BIP) erhöhen, heißt es im Bericht weiter. Daher müssten die Zahlungsfristen und Fälligkeiten verlängert werden, sonst könne es nicht gelingen, den Schuldenstand Griechenlands auf eine "abschüssige" Bahn zu lenken.

Konkret schlägt der IWF vor, Griechenland bis 2040 von Rückzahlungsverpflichtungen auszunehmen und die Laufzeiten der Kredite bis 2070 auszudehnen. Der Bericht zu Griechenlands Schuldentragfähigkeit soll den IWF-Mitgliedsländern Anfang Februar vorgelegt werden. Der IWF macht von der langfristigen Tragfähigkeit der griechischen Schulden seine Beteiligung an dem milliardenschweren Rettungspaket für das Mittelmeerland abhängig.

Drittes Hilfsprogramm geplant

Beim Treffen der Euro-Finanzminister am Donnerstag in Brüssel hatte es keine Fortschritte im Tauziehen um Reformzusagen Athens und die langfristige Tragfähigkeit seiner Schulden gegeben. Die Euro-Partner hatten sich Mitte 2015 mit dem hoch verschuldeten Griechenland auf ein drittes Hilfsprogramm von bis zu 86 Milliarden Euro geeinigt. Anders als bei den Vorläufer-Programmen ist der IWF bisher nicht mit eigenen Finanzmitteln beteiligt.

Grund ist ein Streit mit den Euro-Ländern über die Tragfähigkeit der griechischen Schulden. Vor diesem Hintergrund verzögert sich auch seit Monaten eine routinemäßige Überprüfung des Hilfsprogramms durch die Gläubiger. Die Wirtschaftsleistung Griechenlands hat sich seit 2008 um rund ein Viertel verringert, die Arbeitslosenquote liegt bei mehr als 20 Prozent.

Quelle: n-tv.de, jug/AFP

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