Wirtschaft

Wird Binnenmarkt infiziert? Ifo: Deutsche Industrie steckt in Rezession

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Die deutsche Industrie ist auf Exporte angewiesen.

(Foto: imago images / Markus van Offern)

Die Entwicklung der Wirtschaft in Deutschland ist laut dem Ifo-Institut gespalten. Während die Menschen hierzulande munter konsumieren, schwächelt die exportorientierte Industrie. Einen Grund sieht das Institut in einer Handelspolitik, die mit Drohungen arbeite.

Die deutsche Wirtschaft wird dem Ifo-Institut zufolge in diesem Jahr weniger als halb so stark wachsen wie 2018. Das Bruttoinlandsprodukt werde lediglich um 0,6 Prozent zulegen, bestätigten die Münchner Forscher ihre Frühjahrsprognose. Im vergangenen Jahr hatte es noch zu 1,4 Prozent gereicht.

"Die konjunkturelle Entwicklung ist gespalten", sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. "Das exportorientierte Verarbeitende Gewerbe, in dem etwa ein Viertel der Wertschöpfung erwirtschaftet wird, steckt in einer Rezession." Gleichzeitig allerdings verzeichneten die binnenorientierten Dienstleister und die Baubranche robuste Zuwächse. "Allerdings mehren sich die Anzeichen, dass sich die industrielle Schwäche allmählich über den Arbeitsmarkt und tiefe Wertschöpfungsketten auch auf die Binnenkonjunktur überträgt."

Auch deshalb senkte das Ifo-Institut die Prognose für das kommende Jahr von 1,8 auf 1,7 Prozent. Rechne man die überdurchschnittlich vielen Arbeitstage heraus, dann liege das Wachstum nur noch bei 1,3 Prozent. "Damit geht die deutsche Wirtschaft ohne Schwung in das kommende Jahr", sagte Wollmershäuser.

Getragen wird die Konjunktur von kauffreudigen Verbrauchern, die ihren Konsum in diesem Jahr um 1,4 Prozent steigern dürften. Auch die Investitionen sollten mit 3,0 Prozent recht kräftig wachsen, sagen die Ifo-Experten voraus. Dazu würden vor allem die Bauinvestitionen beitragen. Die Exporte sollen im laufenden Jahr nur noch um 1,3 Prozent zulegen. "Wirtschaftspolitikern, die über Abschottung, Sanktionen und Androhungen versuchen, die globalisierte Wirtschaftsordnung zu verändern, haben die Verunsicherung weltweit steigen, die Industriekonjunktur abkühlen und den Welthandel einbrechen lassen", sagte Wollmershäuser.

Quelle: n-tv.de, kst/rts

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