Wirtschaft

Betongold steht hoch im Kurs Immobilienaktien haben Potenzial

56418688.jpg

(Foto: picture alliance / dpa)

Die niedrigen Zinsen und steigende Mieten sorgen für einen regelrechten Immobilienboom. Auch die Rally bei Immobilienaktien dürfte noch eine Zeit lang anhalten.

Baugeld ist in Deutschland historisch günstig – und das schon seit mehr als einem Jahr. Von den preiswerten Hypothekendarlehen profitieren nicht nur institutionelle, sondern auch private Investoren. Steigende Mieten treiben das Interesse an Wohnungen zusätzlich an. Zumindest in den Ballungsräumen dürfte die Nachfrage vorerst weiter boomen.

Beispiel Berlin: Jedes Jahr ziehen 40.000 Menschen neu in die Hauptstadt, davon sind 30.000 Erwachsene im Alter zwischen 18 und 30 Jahren. Die Zahl der Singlehaushalte steigt damit überproportional mit entsprechenden Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt. Andere deutsche Metropolen sind ebenfalls gefragt, auch in Hamburg, Frankfurt/Main oder München steigt die Nachfrage. Um den zusätzlichen Bedarf an Wohnraum zu decken, wird aber zu wenig gebaut. Vor diesem Hintergrund dürften die Preise für Eigenheime und Wohnungen vorerst weiter zulegen, wenn auch nicht mehr so schnell wie zuletzt.

Was heißt das für den Anleger? Jetzt noch schnell zuschlagen? Nicht unbedingt. Der Kauf einer Wohnung zur Fremdvermietung bringt für Privatleute nämlich einige gravierende Nachteile mit sich. Die Anlage ist vergleichsweise illiquide. Im Zweifelsfall braucht es einige Zeit, bis man an sein investiertes Geld kommt. Bei dem Direktkauf von Immobilien fallen außerdem sechs bis zehn Prozent Erwerbsnebenkosten für Notar, Grundbuch und gegebenenfalls Maklerprovision an. Dies schmälert die Rendite beziehungsweise den Gewinn beim Verkauf. Darüber hinaus sind etwaige Gewinne aus dem Kauf und späteren Verkauf erst nach einer zehnjährigen Haltefrist steuerfrei. Schließlich ist die Vermietung mit Arbeit und mit Risiken wie Leerstand oder Vandalismus verbunden. Überhaupt sind Direktanlagen meistens erst ab hohen fünfstelligen Euro-Beträgen möglich

Immobilienaktien: doppelter Sachwert

Eine gute Alternative sind Unternehmen, die in Immobilien investieren und damit einen doppelten Sachwert darstellen. Ein Vorteil ist, dass sie ständig über die Börse handelbar sind, die Liquidität ist hoch. Ein anderer: Investoren können auch mit überschaubaren Beträgen einsteigen, zum Beispiel mit einem Sparplan ab 25 Euro pro Monat. Immobiliengesellschaften bieten zudem mit ihren Bestandsportfolien eine breite Streuung, die ein privater Direktinvestor nie erreichen kann. Schließlich zeichnen sich sogenannte REITs durch überdurchschnittlich hohe Dividendenrenditen von drei bis vier Prozent aus. Bei diesen Real Estate Investment Trusts handelt es sich um steuerbegünstigte Gesellschaften, die mindestens 90 Prozent ihres Gewinns an die Aktionäre ausschütten.

Für Immobilienaktien spricht noch mehr: Hier wird der Anteilseigner tatsächlich Miteigentümer des Unternehmens und erhält nicht wie bei Immobilienfonds einen Anteil an einem Sondervermögen. Außerdem fallen bei REITs in der Regel die Gebühren niedriger als bei entsprechenden Fonds aus, und es gibt keine Haltefristen. Zudem müssen die Aktiengesellschaften weniger Cash halten, um rückläufige Anteilsscheine zu bedienen.

Positives Chancen-/Risiken-Verhältnis

Einen spürbaren Nachteil gibt es dennoch: Die Schwankungen sind bei Immobilienaktien deutlich höher als bei vergleichbaren Fonds. Zwischen 2008 und 2010 verloren deutsche Immobilienaktien zum Teil mehr als 50 Prozent ihres Werts. Dennoch überwiegen derzeit die Chancen. Das niedrige Zinsniveau dürfte noch jahrelang erhalten bleiben. Die größte Gefahr für REITs – steigende Zinsen – scheint derzeit sehr gering. Gleichzeitig dürften der Wert der gehaltenen Immobilien und die Mieten weiter steigen, was sich dann auch in den Aktienkursen niederschlagen sollte. Zahlreiche Gesellschaften haben in den zurückliegenden Wochen ihre Gewinnprognosen für 2016 angehoben.

Als Einzelwerte sind die großen breit diversifizierten Gesellschaften wie Vonovia (WKN A1ML7J) oder Deutsche Wohnen (WKN A0HN5C) zu bevorzugen. Diese Werte profitieren zum Teil zusätzlich von den laufenden Fusionen.Unter den Fonds, die in Immobilienaktien investieren, sind der AXA WF Europe Real Estate (A0F68N) mit Fokus auf Europa und der weltweit investierende NN Global Real Estate (WKN: A0ML98) interessant. Unter Kostengesichtspunkten hat der Indexfonds (ETF) iShares European Property (A0HGV5) die Nase vorn.

Disclaimer

Diese Publikation dient nur zu Informationszwecken und zur Nutzung durch den Empfänger. Sie stellt weder ein Angebot noch eine Aufforderung seitens oder im Auftrag der Eberhardt & Cie. Vermögensverwaltung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Investmentfonds dar. Die in der vorliegenden Publikation enthaltenen Informationen wurden aus Quellen zusammengetragen, die als zuverlässig gelten. Die Eberhardt & Cie. Vermögensverwaltung gibt jedoch keine Gewähr hinsichtlich deren Zuverlässigkeit und Vollständigkeit und lehnt jede Haftung für Verluste ab, die sich aus der Verwendung dieser Information ergeben. Eberhardt & Cie. Vermögensverwaltung

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema