Wirtschaft

Schickedanz' verlorene Milliarden In den Rechtsstreit kommt Bewegung

Milliardärin Madeleine Schickedanz - das war einmal. Die Quelle-Erbin kämpft seit geraumer Zeit mit juristischen Mitteln um ihr Geld. Nun könnte es zu einer außergerichtlichen Einigung kommen. Es gibt aber noch offene Punkte.

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Madeleine Schickedanz.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Deutsche Bank und die Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz wollen ihren milliardenschweren Rechtsstreit mit einer außergerichtlichen Einigung beilegen. "Es gibt ernsthafte Vergleichsverhandlungen", sagte eine Sprecherin des Landgerichts Köln. Diese hätten aber noch nicht zu einem Ergebnis geführt, deshalb bleibe ein für den kommenden Dienstag vor dem Gericht anberaumter Verfahrenstermin zunächst bestehen.

"Süddeutsche Zeitung" und WDR hatten zuerst über die Vergleichsgespräche berichtet. Dem Blatt und dem Sender zufolge hätten sich die Parteien in den Gesprächen aufeinander zubewegt.

Es gebe allerdings noch einige offene Punkte, die zu klären seien, sagten zwei Insider. Als Vermittler agiere der umtriebige Investor Clemens Vedder, der schon häufiger als Schlichter bei Wirtschaftsverfahren zum Einsatz kam.

Schickedanz hatte 2012 ihre ehemalige Hausbank Sal. Oppenheim, die 2009 von der Deutschen Bank geschluckt wurde, und ihren Berater Josef Esch vor dem Kölner Landgericht auf rund 1,9 Milliarden Euro verklagt. Sie wirft beiden vor, sie falsch beraten und so um große Teile ihres Vermögens gebracht zu haben.

Schickedanz hatte sich in großem Stil an KarstadtQuelle und dem daraus hervorgegangenen Arcandor-Konzern beteiligt - und hatte die Aktien teils auf Kredit finanziert. Arcandor war 2009 in die Pleite geschlittert, zahlreiche Verfahren folgten. Auch Schickedanz klagte danach. Die Beklagten reagierten mit Widerklagen.

Die Deutsche Bank wollte sich zunächst nicht äußern. Auch die Anwälte von Schickedanz hielten sich bedeckt.

Quelle: ntv.de, wne/rts