Wirtschaft

Nachfrage weltweit eingebrochen Industrie geht es schlechter als befürchtet

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Es läuft nicht rund - auch nicht in der Automobilbranche.

(Foto: picture alliance / dpa)

Brexit, Handelskonflikte, strauchelnde Automobilhersteller: Der europäischen Industrie machen diverse Faktoren derzeit zu schaffen. Der Einkaufsmanagerindex fällt auf den niedrigsten Wert seit Mitte 2012. Ein Ende des Abwärtstrends ist nicht in Sicht.

Die deutsche Industrie ist in noch schlechterer Verfassung als bislang angenommen. Der Einkaufsmanagerindex fiel im März um 3,5 auf 44,1 Punkte, wie das Institut IHS Markit zu seiner monatlichen Umfrage unter Hunderten Unternehmen mitteilte. Das ist der niedrigste Wert seit Mitte 2012, als die Staatsschuldenkrise in Europa Belastungen verursachte. Eine erste Schätzung hatte noch einen Wert von 44,7 Zählern ergeben. Erst ab 50 signalisiert das Barometer ein Wachstum.

"Der Auftragseingang insgesamt und die Exportorder gleichermaßen verzeichnen mittlerweile Rückgänge wie man sie seit der globalen Finanzkrise nicht gesehen hat", sagte Markit-Experte Phil Smith. "In den meisten Fällen wird dabei auf die geringere Nachfrage bedingt durch Brexit, Handelskonflikte, die strauchelnde Automobilbranche sowie die nachlassende Weltkonjunktur verwiesen." Sowohl die Aufträge insgesamt als auch die Exportbestellungen fielen so schwach aus wie seit April 2009 nicht mehr.

Aus der einstigen Konjunkturlokomotive für Europa ist damit ein Bremsklotz geworden. Der Einkaufsmanagerindex für die Industrie der Euro-Zone fiel um 1,8 auf 47,5 Punkte und damit auf den schlechtesten Wert seit knapp sechs Jahren. In Spanien, den Niederlanden, Irland und Griechenland signalisiert das Barometer ein Wachstum.

Entwicklung könnte sich noch verschlechtern

In den drei größten Volkswirtschaften der Euro-Zone - Deutschland, Frankreich und Italien - liegt es hingegen unter der 50-Punkte-Marke. "Die Daten zeigen, dass der Euro-Industriesektor in der tiefsten Krise seit dem Höhepunkt der Staatsschuldenkrise 2012 steckt", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. "Und die Entwicklung könnte sich im zweiten Quartal 2019 weiter verschlechtern." So schrumpften die Aufträge so stark wie seit 2012 nicht mehr.

"Die Sorgen über Handelskonflikte und Zölle, die zunehmende politische Unsicherheit, der Brexit - und vielleicht das Wichtigste - die sich verschlechternden Konjunkturprognosen sowohl in den Binnen- als auch den Exportmärkten - haben der Wirtschaft und dem Ausblick gleichermaßen geschadet", sagte Williamson.

Quelle: n-tv.de, fzö/rts

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