Wirtschaft

Risikofreude auf Fünfjahrestief Industrie scheut Auslandsinvestitionen

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Die deutsche Investitionsbereitschaft ist so niedrig wie zuletzt 2013.

(Foto: dpa)

Das Brexit-Chaos und der US-chinesische Handelsstreit trüben die Konjunktur. Das entmutigt offenbar viele deutsche Manager. Laut einer Studie des DIHK sind immer weniger Unternehmen bereit, in ausländische Märkte zu investieren.

Die Investitionsbereitschaft der deutschen Unternehmen ist so gering wie zuletzt im Jahr 2013. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), an der mehr als 2000 Unternehmen teilgenommen haben und aus der die "Welt" berichtete. Der Anteil der Unternehmen, die außerhalb deutscher Standorte investieren, sank demnach auf nur noch 46 Prozent.

Die Befunde des DIHK zeigen dem Bericht zufolge, dass die Probleme in vielen Branchen zunehmen. Sowohl in- als auch ausländische Faktoren spielten eine Rolle für die Investitionszurückhaltung.

Vor allem der Handelskonflikt zwischen den USA und China, den beiden größten Volkswirtschaften der Welt, belastet der Umfrage zufolge zunehmend die traditionell exportstarke deutsche Wirtschaft und sorgt dafür, dass die Unternehmen auf Investitionen im Ausland verzichten. "Nordamerika büßt in Folge der Handelspolitik der USA als Investitionsstandort für deutsche Unternehmen zunehmend an Attraktivität ein", heißt es in der Analyse des DIHK.

Brexit trübt konjunkturelle Stimmung

Demnach habe auch Europa - nach wie vor das beliebteste Investitionsziel der deutschen Industrie - für deutsche Manager an Attraktivität verloren. Die Handelsstreitigkeiten mit den USA sowie der drohende Brexit hätten die konjunkturelle Stimmung in der Euro-Zone erheblich belastet. "Mit Ausnahme einiger osteuropäischer Staaten hat sich das Wachstum der europäischen Wirtschaft deutlich verlangsamt", heißt es dem Bericht zufolge in der Studie.

Insbesondere der Investitionsstandort Großbritannien habe zuletzt deutlich an Attraktivität eingebüßt. Nur etwas mehr als zehn Prozent aller Investitionen sollen demnach in den kommenden zwölf Monaten in das Vereinigte Königreich gehen. Außerhalb der EU sei China mit einem Anteil von 40 Prozent an den Gesamtinvestitionen das beliebteste Investitionsziel, allerdings verzeichneten die Autoren der DIHK-Untersuchung auch hier eine nachlassende Investitionsbereitschaft.

Quelle: n-tv.de, cri/AFP

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