Wirtschaft

Mehr Umsatz, mehr Dividende Infineon feiert die Digitalisierung

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Infineon-Chef Reinhard Ploss freut sich über "Digitalisierung und Elektrifizierung vieler Bereiche des täglichen Lebens".

(Foto: picture alliance / dpa)

Bei Infineon laufen die Geschäfte prächtig: Der Münchner Chiphersteller profitiert unter anderem von der Nachfrage nach IT-Bauteilen für die Automobilindustrie. Konzernchef Ploss spricht von einem "starken Abschluss für ein hervorragendes Geschäftsjahr".

Der deutsche Hightech-Konzern Infineon Technologies geht gestärkt ins neue Geschäftsjahr. Der Chiphersteller steigerte den Umsatz im vierten Quartal des abgelaufenen Berichtszeitraums um fünf Prozent gegenüber dem Vorquartal auf 2,05 Milliarden Euro.

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Infineon-Chef Reinhard Ploss sprach insgesamt von einem "starken Abschluss für ein hervorragendes Geschäftsjahr". Die im Sommer angehobenen Ziele für Umsatz, Ergebnis und Investitionen konnte er gestützt auf die Ergebnisse aus dem vierten Quartal bekräftigen. Der operative Gewinn (Segmentergebnis) legte im Quartalsvergleich sogar um 12 Prozent auf 400 Millionen Euro zu. Das ließ die Rendite um 1,2 Punkte auf 19,5 Prozent steigen.

Die lebhafte Nachfrage nach Leistungshalbleitern und Chips für die Automobilindustrie sorgen bei dem im Leitindex Dax und im neuen TecDax notierten deutschen Börsenschwergewicht für glänzende Geschäfte. Im Bereich der digitalen Sicherheitslösungen (etwa Chip-Karten) ging der Umsatz allerdings zuletzt etwas zurück. Dafür kam vom etwas stärkeren Dollar etwas Unterstützung.

Besser als erwartet

"Die Digitalisierung und Elektrifizierung vieler Bereiche des täglichen Lebens sorgen für anhaltend hohe Nachfrage nach unseren Produkten und Lösungen", fasste Ploss die Lage zusammen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr, das bei Infineon jeweils bis Ende September dauert, stieg der Umsatz insgesamt um acht Prozent auf 7,6 Milliarden Euro. Damit übertraf Infineon sowohl die eigenen Ziele als auch die Erwartungen der Analysten. Den Aktionären will Infineon eine Dividende von 0,27 Euro zahlen, 2 Cent mehr als für das vorausgegangene Jahr.

Im neuen Geschäftsjahr will Infineon das Wachstumstempo weiter steigern. Der Halbleiterhersteller stellte seinen Aktionären für 2018/19 ein Umsatzplus von 9 bis 13 Prozent in Aussicht. "Wir starten mit gut gefüllten Auftragsbüchern ins Geschäftsjahr 2019 und wollen weiterhin überdurchschnittlich wachsen", wie Vorstandschef Ploss am Konzernsitz in Neubiberg bei München erklärte.

Qimonda-Altlast belastet den Gewinn

Für das angelaufene erste Quartal geht er saisonal bedingt aber von einem Umsatzrückgang von rund vier Prozent aus. Die operative Umsatzrendite, die Infineon am Segmentergebnis misst, lag 2017/18 mit 17,8 Prozent ebenfalls über der Zielmarke von 17,5 Prozent, im vierten Quartal sogar bei 19,5 Prozent. Im neuen Geschäftsjahr soll sie rund 18 Prozent erreichen.

Gleichzeitig wird Infineon von einer Altlast eingeholt. Der Insolvenzverwalter der ehemaligen Speicherchip-Tochter Qimonda hat das Unternehmen verklagt. Infolge des Gutachtens eines Sachverständigen erhöhte der Konzern dafür jetzt die Rückstellungen, nachdem er bisher nur die Prozesskosten reserviert hatte. Das ließ den Gewinn im vierten Quartal leicht abschmelzen.

In der Bilanz für das Schlussquartal des Geschäftsjahres 2017/18 sind die neuen Rückstellungen im Zusammenhang mit der Klage des Insolvenzverwalters der früheren Infineon-Ausgliederung Qimonda als starker Negativeffekt erkennbar: Unterm Strich blieb der Überschuss mit 141 Millionen Euro um 20 Prozent hinter dem Vorjahreswert zurück.

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Quelle: n-tv.de, mmo/DJ/rts

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