Wirtschaft

US-Börsen treten auf der StelleInflationsdaten lassen US-Anleger kalt

13.02.2026, 23:55 Uhr
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Die meisten Experten gehen davon aus, dass die nächste Zinssenkung erst im Sommer folgt. (Foto: REUTERS)

Die US-Inflation ist zuletzt weniger stark gestiegen als erwartet, größere Reaktionen bleiben an der Wall Street aber aus. Mit Sorge blicken die Anleger weiterhin auf die hohen Investitionen im Tech-Sektor.

Der Preisauftrieb in den USA ist schwächer ausgefallen als erwartet, das hat die Nerven der Anleger an der Wall Street zum Wochenschluss beruhigt. Gebremst wurden die Aktienmärkte allerdings durch die anhaltende Sorge vor potenziell starken Veränderungen durch Künstliche Intelligenz (KI) in den Sektoren Software, Finanzen und Logistik. Der US-Standardwerteindex Dow Jones schloss 0,1 Prozent fester bei 49.501 Punkten. Der technologielastige Nasdaq gab 0,2 Prozent auf 22.547 Zähler nach und der breit gefasste S&P 500 schloss kaum verändert bei 6836 Stellen.

Die Verbraucherpreise stiegen zum Jahresanfang mit 2,4 Prozent etwas weniger stark als von Ökonomen geschätzt. Im Dezember hatte die Teuerungsrate noch bei 2,7 Prozent gelegen. "Dies zeichnet ein Bild von sich weiter verbessernden Inflationsaussichten, was meiner Meinung nach eine Senkung der Zinssätze im weiteren Verlauf des Jahres ermöglichen wird", sagte Michael Metcalfe, Leiter der Marktstrategie bei State Street. Die Wetten auf Zinssenkungen, die nach dem robusten Arbeitsmarktbericht spürbar zurückgefahren worden waren, nahmen wieder etwas zu. Anleger rechnen aber weiter frühestens im Juni mit einer geldpolitischen Lockerung der US-Notenbank, die Vollbeschäftigung fördern und stabile Preise sichern soll.

Im Fadenkreuz blieben die hohen Investitionsausgaben der großen Tech-Konzerne für Künstliche Intelligenz. IT-Aktien notierten am Freitag schwächer. Der Kurs von Nvidia fiel um 2,2 Prozent, der von Apple num 2,3 Prozent. "Es werden eine Menge Ertragsströme eingepreist, die erst noch verwirklicht werden müssen. Die Anleger stellen infrage, ob es sie tatsächlich geben wird, und das vor dem Hintergrund von nicht gerade günstigen Bewertungsniveaus", sagte Investmentexperte Brent Schutte von Northwestern Mutual Wealth Management. "Das legt die Latte höher für die Investoren, die den Markt weiter nach oben treiben wollen." Immer neue KI-Tools und die daraus entstehende Angst vor den Auswirkungen auf Unternehmen belasteten die Kurse zusätzlich.

Pinterests Ausblick verschreckt Anleger

Für Kauflaune sorgte der Ausblick von Applied Materials. Der Chipausrüster hat für das zweite Quartal einen Umsatz und Gewinn über den Erwartungen prognostiziert. Die Aktien kletterten um rund acht Prozent.

Ein trüber Ausblick drückte dagegen die Pinterest-Aktien um 16,8 Prozent. Die Plattform für Bilder und Videos lieferte für das erste Quartal eine schwächere Umsatzprognose als erwartet. Das Unternehmen kämpft mit stärkeren Kürzungen der Werbeausgaben der von Zöllen betroffenen Einzelhändler und der Konkurrenz durch größere Plattformen wie Instagram oder TikTok. Zudem drohen KI-Tools den Markt umzukrempeln.

Für Verwirrung sorgte ein Medienbericht, wonach US-Präsident Donald Trump einige Zölle auf Stahl- und Aluminiumprodukte zurückfahren will. Das berichtete die "Financial Times" unter Berufung auf Insider. Handelsberater Peter Navarro wies das hingegen zurück. Der Bericht entbehre "jeder Grundlage", sagte Navarro im Sender CNBC. An der Wall Street grenzten Aktien aus dem Sektor ihre Kursverluste danach nur teilweise ein. Papiere der Aluminiumhersteller Alcoa und Century Aluminum und der Stahlkonzerne Cleveland-Cliffs und Steel Dynamics gaben zwischen 0,9 und sieben Prozent nach.

Hier können Sie die weiteren Entwicklungen des Börsentages nachlesen.

Quelle: ntv.de, ino/rts

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