Raffinerie Schwedt betroffenInsider: Russland will Öl-Transit nach Deutschland kappen

Über die russische Druschba-Pipeline bezieht Deutschland Erdöl aus Kasachstan. Insidern zufolge will Moskau die Verbindung nun kappen. Demnach soll der Transitstopp schon kommende Woche in Kraft treten.
Russland will Insidern zufolge ab dem 1. Mai den Transit von kasachischem Erdöl über seine Druschba-Pipeline nach Deutschland einstellen. Ein angepasster Exportplan sei bereits an Kasachstan und Deutschland übermittelt worden, sagten drei mit dem Vorgang vertraute Personen aus der Industrie. Das russische Energieministerium reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte, er wisse davon nichts. "Wir werden versuchen, das zu prüfen", fügte er hinzu.
Ein Transitstopp könnte die deutschen Bemühungen um alternative Lieferanten nach der Abkehr von russischer Energie im Zuge des Ukraine-Kriegs erschweren, bei denen Kasachstan eine wichtige Rolle spielt. Das zentralasiatische Land liefert Öl über den nördlichen Strang der russischen Druschba-Pipeline, der durch Polen verläuft, in die Bundesrepublik. Diese Exporte beliefen sich im Jahr 2025 auf 2,146 Millionen Tonnen oder rund 43.000 Barrel pro Tag. Dies entspricht einem Anstieg von 44 Prozent im Vergleich zu 2024.
Das kasachische Rohöl versorgt unter anderem die PCK-Raffinerie im brandenburgischen Schwedt, eine der größten Anlagen Deutschlands. Die Bundesregierung hatte den Import von russischem Öl über die Pipeline im Zuge des 2022 ausgebrochenen Angriffskrieges gegen die Ukraine gestoppt und als Ersatz auf kasachische Lieferungen gesetzt. Die Beziehungen zwischen Moskau und Berlin sind wegen der deutschen Unterstützung für die Ukraine stark angespannt.
Die Bundesregierung hatte zudem 2022 die deutschen Töchter des größten russischen Ölkonzerns Rosneft unter Treuhandverwaltung gestellt und damit die jahrzehntelangen Energiebeziehungen zu Russland gekappt. Ukrainische Drohnenangriffe auf die Pipeline in Russland hatten die Lieferungen in der jüngeren Vergangenheit wiederholt unterbrochen.