Wirtschaft

Fusion Deutsche Bank und Coba? Insider weisen Verhandlungsgerüchte zurück

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(Foto: picture alliance/dpa)

Seit Monaten flirten Top-Manager der Deutschen Bank und der Commerzbank mit der Idee einer Fusion. Jetzt sollen die Vorstandschefs der beiden Geldhäuser ein offizielles Verhandlungsmandat besitzen. "Das ist totaler Quatsch", sagen Insider.

Die Deutsche Bank und die Commerzbank führen nach Angaben von Insidern noch immer keine offiziellen Gespräche über einen Zusammenschluss. Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing habe von seinem Aufsichtsrat bislang keinen Auftrag bekommen, mit dem Konkurrenten über eine Banken-Ehe zu verhandeln, sagt ein Insider aus dem Umfeld des Kontrollgremiums. "Es gibt kein offizielles Mandat für Fusionsgespräche mit der Commerzbank." Zuvor hatte der "Focus" von einem solchen Mandat berichtet.

Auch von einer Person aus dem Umfeld des Commerzbank-Aufsichtsrates wurde der Bericht zurückgewiesen. "Das ist totaler Quatsch", sagt der zweite Insider. Es habe in der jüngsten Zeit keinerlei Diskussion im Commerzbank-Aufsichtsrat über eine Fusion mit dem größeren Konkurrenten gegeben.

Die Banken selbst wollten den Bericht nicht kommentieren. Es gilt am Finanzplatz Frankfurt allerdings als sicher, dass Top-Manager beider Institute sich informell gelegentlich über eine Fusion austauschen.

Der "Focus" hatte berichtet, Sewing und sein Commerzbank-Kollege Martin Zielke befänden sich seit wenigen Tagen wieder in intensiven Gesprächen über eine mögliche Fusion. Zuvor hätten sich die beiden Manager vom ihrem jeweiligen Vorstand und Aufsichtsrat das Mandat für diese Gespräche geben lassen.

Über einen Zusammenschluss beider Banken wird seit Monaten spekuliert. Sewing wollte von solchen Überlegungen bisher nichts wissen. "Wir haben unseren Plan und den arbeiten wir ab", hatte er Anfang Februar bei der Jahrespressekonferenz gesagt. "Über alles andere mache ich mir keine Gedanken."

Deutsche Riesen, internationale Leichtgewichte

Durch einen Zusammenschluss von Deutscher Bank und Commerzbank entstünde das mit Abstand größte deutsche Geldhaus mit einer Bilanzsumme von fast zwei Billionen Euro. Im internationalen Vergleich wäre diese neue Bank aber immer noch ein Leichtgewicht.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat sich immer wieder für eine starke deutsche Großbank eingesetzt. Jörg Kukies, ein Staatssekretär von Scholz und früher als Investmentbanker in Diensten von Goldman Sachs, gilt zudem als Befürworter einer Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank. Aktuell ist der Bund noch mit 15 Prozent an der Commerzbank beteiligt.

Unter den Investoren der Deutschen Bank gibt es allerdings Zweifel, ob eine Fusion mit der Commerzbank die Institute maßgeblich voranbringen würde. Sie verweisen darauf, dass sich viele Geschäftsbereiche überlappen. Zudem würde eine Fusion vermutlich zehntausende Jobs kosten.

Quelle: n-tv.de, chr/rts

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