Wirtschaft

Reaktion auf US-Sanktionen Iran droht mit Öl-Blockade im Golf

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Die Straße von Hormus gilt als die wichtigste Ölhandelsroute.

(Foto: picture alliance / dpa)

Ab Mai soll nach dem Willen von US-Präsident Trump kein Fass Öl mehr den Iran verlassen. Teheran erwägt Gegenmaßnahmen: Eine Blockade der Straße von Hormus, durch die fast ein Drittel der globalen Öl-Exporte verschifft wird, sei nur eine von "vielen Optionen", lässt die Regierung wissen.

Angesichts verschärfter US-Sanktionen droht der Iran mit einer Blockade der Öllieferungen im Persischen Golf. Sollte die "Feindseligkeit" zunehmen, könnte die Seestraße von Hormus geschlossen werden, sagte der iranische Generalstabschef Mohammed Bagheri nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Isna.

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"Wenn unser Öl nicht durch die Straße transportiert wird, wird das Öl anderer Länder die Straße sicher auch nicht durchqueren", sagte Bagheri. Die strategische Meerenge ist eine zentrale Schifffahrtsroute für internationale Öltransporte.

Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif brachte am Sonntag zudem einen Austritt des Iran aus dem Atomabkommen ins Gespräch. Der Iran habe "viele Optionen", um auf die US-Sanktionen zu reagieren, sagte Sarif Medienberichten zufolge. Der Austritt sei eine davon.

Das Atomabkommen war im Juni 2015 nach jahrelangen Verhandlungen zwischen dem Iran und der Gruppe der fünf UN-Vetomächte und Deutschland geschlossen worden. Es soll sicherstellen, dass der Iran nicht die Fähigkeiten zum Bau einer Atombombe erlangt.

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US-Präsident Donald Trump kündigte das Abkommen im Mai 2018 einseitig auf. Er betrachtet die Vereinbarung als unzulänglich. Seitdem haben die USA die Sanktionen gegen den Iran sukzessive verschärft.

Am Montag teilte das Weiße Haus mit, noch härter als bislang gegen das iranische Ölgeschäft vorgehen zu wollen. Ausnahmeregelungen, die einigen Ländern wie Indien, China und der Türkei bislang weiterhin den Import iranischen Öls erlaubten, sollen Anfang Mai beendet werden.

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Quelle: n-tv.de, ddi/AFP

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