Wirtschaft

Behörde maßregelt Ryanair Italienisches Amt stoppt Handgepäck-Gebühr

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Ryanair gerät immer wieder in die Kritik.

(Foto: AP)

Neuerdings erhebt Ryanair Gebühren für größeres Handgepäck. Das italienische Kartellamt befindet das als nicht rechtens und blockiert die neue Regelung. Italien ist nicht das einzige Land, in dem die Billig-Airline derzeit auf Widerstände stößt.

Das italienische Kartellamt hat die Billigflieger Ryanair und Wizz Air daran gehindert, neue Gebühren für Handgepäck einzuführen. Handgepäck sei ein "wesentlicher Bestandteil" des Luftverkehrs, argumentierte die Behörde. Müsse der Reisende dafür extra zahlen, verzerre das nicht nur den realen Preis für die Flugreise, sondern führe den Verbraucher auch in die Irre. Das Verbot des neuen Preismodells gilt nur in Italien.

Ryanair
Ryanair 14,12

Im europaweit geänderten Standardtarif sollen Reisende nur noch eine kleine Tasche mit an Bord nehmen dürfen. Nur gegen einen Aufpreis dürfen zwei Gepäckstücke inklusive eines kleinen Rollkoffers mit in die Kabine genommen werden. Während Ryanair für dieses "Priority Boarding" 6 Euro Aufpreis verlangt, werden bei der ungarischen Wizz zwischen 5 und 15 Euro fällig.

Ryanair kündigte an, unverzüglich Rechtsmittel einzulegen. Es gebe für die italienische Wettbewerbsbehörde keinerlei Grundlage für Entscheidungen, die Luftsicherheit und Pünktlichkeit berührten, erklärte Ryanair-Sprecher Robin Kiely. Die neuen Richtlinien zum Handgepäck seien transparent und vorteilhaft für die Konsumenten. Der Einstiegsprozess an den Flughäfen werde damit beschleunigt.

Grundsätzlich gibt es international keine Vorschriften zu Größe und Gewicht des Handgepäcks, sondern lediglich Empfehlungen des Airline-Verbandes IATA. Die noch kostenfreie Tasche liegt bei Wizz Air und Ryanair in den Maßen (40x20x25cm) deutlich unter den IATA-Vorgaben (56x45x25cm). Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) empfiehlt Passagieren grundsätzlich, vor der Reise die Gepäckbedingungen der gebuchten Airline zu studieren.

Ärger wegen Versetzungen

Ärger mit den Behörden hat Ryanair auch in den Niederlanden. Dort stoppte ein Gericht die geplante Zwangsversetzung von 16 Piloten ins Ausland. Ryanair hatte Anfang Oktober angekündigt, den Standort Eindhoven Anfang November zu schließen - wie auch in Deutschland den Standort Bremen. Insgesamt will das Unternehmen am 5. November fünf Standorte in Europa aufgeben. Zur Begründung führte die Airline die Streiks von Piloten und Flugbegleitern und die deshalb gesunkenen Gewinne an. Das Gericht in Herzogenbusch erklärte, diese Entscheidung scheine eine "Strafe" für die Streiks zu sein.

Ryanair kündigte damals an, Beschäftigte könnten an andere Standorte verlegt werden. Dagegen klagten 16 in Eindhoven stationierte Piloten. Das Gericht erklärte, Ryanair habe nicht das Recht, sie ins Ausland zu verlegen. Sollte das Unternehmen dies doch tun, droht eine Strafe von 250.000 Euro pro Beschäftigtem. Die Airline muss die Piloten vorerst weiter bezahlen.

Das Unternehmen hatte zunächst erklärt, es werde gegen das Urteil Berufung einlegen, teilte dann aber mit, es begrüße die Entscheidung: Sie erlaube die Schließung des Standorts wie geplant. Alle dort stationierten Beschäftigten könnten an andere Standorte wechseln, "was ihre Betriebszugehörigkeit und ihre Bezahlung sichert". Das Unternehmen respektiere es aber, wenn jemand eine Abfindung bevorzuge.

Quelle: n-tv.de, kpi/dpa/AFP

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