Wirtschaft

Zinserhöhung gilt als sicher Jobmarkt in USA zieht an

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Mehr Jobs entstanden unter anderem in der Baubranche.

(Foto: AP)

Besser als gedacht läuft es auf dem US-Arbeitsmarkt. Im August entstehen mehr neue Stellen als Experten erwartet haben. Außerdem legen die Löhne so kräftig zu, wie seit neun Jahren nicht. Ökonomen sehen eine Zinserhöhung schon in Stein gemeißelt.

Der Arbeitsmarkt in den USA hat im August überraschend kräftig zugelegt. Wie das Arbeitsministerium in Washington mitteilte, wurden unter dem Strich 201.000 neue Stellen geschaffen. Die Analysten hatten nur mit 187.000 neuen Jobs gerechnet.

Besonders deutliche Stellenzuwächse gab es in der Baubranche, dem Verkehrswesen, dem Großhandel, dem Finanz- und dem Gesundheitssektor. Allerdings wurden die Angaben für die beiden Vormonate kumuliert um 50.000 Jobs nach unten revidiert: Das Ministerium meldete für Juli nun ein Stellenplus von 147.000 (vorläufig: 157.000) und für Juni von 208.000 (vorläufig: 248.000).

Die Arbeitslosenquote verharrte allerdings unverändert bei 3,9 Prozent, weil die Zahl der Jobsuchenden zugleich zunahm. Eine weitere positive Entwicklung war der deutliche Anstieg der Gehälter. Sie stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat im Schnitt um 2,9 Prozent. Das ist der kräftigste Zuwachs seit Juni 2009.

Fed dürfte Leitzins erhöhen

"Insgesamt ist der Arbeitsmarkt robust und spiegelt die freundliche Konjunktur wider", kommentierte Patrick Boldt, Experte bei der Landesbank Helaba. "Die US-amerikanische Notenbank dürfte demnach eine Leitzinserhöhung Ende dieses Monats beschließen." Besonderes Augenmerk legen die Notenbanker auf die Lohnentwicklung, weil sie ein wichtiger Einflussfaktor für die Preisentwicklung ist.

Das Lohnwachstum sei das fehlende Puzzleteil gewesen und nun hinzugekommen, ergänzte Ökonom Jacob Deppe von der Online-Handelsplattform Infinox. Auch die US-Notenbank Federal Reserve will sehen, dass sich der Aufschwung im Portemonnaie der Verbraucher spürbar bemerkbar macht. Ökonom Thomas Gitzel von der VP Bank in Vaduz erklärt: "Eine Zinserhöhung in diesem Monat ist eine abgemachte Sache."

Der nächste Zinsentscheid steht am 26. September an. Dabei dürften die Währungshüter allerdings auch auf die wirtschaftlichen Folgen des Handelsstreits blicken. Trump hat zusätzliche Einfuhrzölle auf chinesische Waren im Volumen von 200 Milliarden Dollar angedroht, Peking kündigte für diesen Fall bereits Vergeltung an.

Arbeitsmarktzahlen kommen Trump gelegen

Die neuen Arbeitsmarktzahlen sind für Präsident Donald Trump zwei Monate vor den Kongresswahlen eine höchst willkommene Nachricht. Er steht wegen Berichten über regierungsinterne Sabotageaktionen gegen seinen Kurs unter Druck.

Die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt beansprucht Trump regelmäßig als seinen Erfolg, da er auf Steuersenkungen und Deregulierungen setzt. Allerdings hatte die deutliche Belebung des Arbeitsmarkts schon lange vor Trumps Amtsantritt eingesetzt. Unter Vorgänger Barack Obama sank die Arbeitslosenquote von zehn Prozent im Jahr 2010 auf unter fünf Prozent.

Quelle: n-tv.de, hul/rts/AFP/DJ

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