Wirtschaft

Erneuerbare legen trotz Trump zuKI und Krypto treiben US-Stromverbrauch auf Rekordwerte

13.01.2026, 21:48 Uhr
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Der Stromverbrauch in den USA soll in diesem Jahr um satte 58 TWh wachsen. (Foto: picture alliance/dpa)

Ein durchschnittliches Rechenzentrum braucht in den USA ungefähr so viel Strom wie 100.000 Haushalte. Angesichts des KI-Booms in den Vereinigten Staaten ist es nicht verwunderlich, dass der Stromverbrauch so hoch wie nie ist. Das hat auch Auswirkungen für normale Verbraucher.

Getrieben vom Energiehunger der Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) und Kryptowährungen dürfte der Stromverbrauch in den USA weitere Rekorde brechen. Nach einem bisherigen Höhepunkt von 4198 Terawattstunden (TWh) im Jahr 2025 werde die Nachfrage 2026 auf 4256 TWh klettern, teilte die US-Energiebehörde EIA in ihrem kurzfristigen Ausblick mit.

Für 2027 sei ein weiterer Anstieg auf 4364 TWh zu erwarten. Auch die zunehmende Elektrifizierung von Wärme und Verkehr bei Privathaushalten und Unternehmen trage zu diesem Trend bei.

Beim Strommix rechnet die Behörde trotz der politischen Debatten in den USA mit einem Anstieg der erneuerbaren Energien. Deren Anteil sollen bis 2027 von rund 24 auf 28 Prozent zulegen. Die Kernkraft werde dagegen weitgehend stabil bleiben: Ihr Anteil soll zwar 2026 auf 19 Prozent steigen, 2027 aber wieder auf den diesjährigen Wert von 18 Prozent zurückfallen. Der Kohle-Anteil an der Stromerzeugung dürfte von 17 Prozent im Jahr 2025 auf 15 Prozent in den beiden Folgejahren sinken. Auch bei Erdgas erwartet die EIA einen leichten Rückgang.

Strom wird für viele Haushalte teurer

Die Prognose steht damit im Gegensatz zu den erklärten Zielen von US-Präsident Donald Trump. Dieser hat fossile Brennstoffe und die Kernkraft in den Mittelpunkt seiner Energiepolitik gerückt. Entsprechend seinem Wahlspruch "drill, baby, drill" forciert seine Regierung die Förderung von Öl und Erdgas, während sie zeitgleich gegen Solarenergie und Windkraft vorgeht.

Haushalte, die in den USA nahe an KI-Rechenzentren leben, zahlen im Monat teilweise fast viermal so viel für ihren Strom wie vor fünf Jahren. Ein durchschnittliches Rechenzentrum verbraucht rund 100 Megawatt, das entspricht dem Strombedarf von etwa 100.000 Haushalten.

Quelle: ntv.de, dsc/rts

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