Wirtschaft

Siemens-Chef in Davos Kaeser findet Klimaaktivisten "stark", aber ...

Siemens will den Dialog mit Klimaaktivisten fortsetzen. "Ich finde es gut, was sie machen", sagt Konzernchef Kaeser im Interview mit ntv. Allerdings liefen die Klimaschützer Gefahr, "ihren moralischen Anspruch zu verlieren".

Siemens-Chef Joe Kaeser hat Klimaaktivisten aufgefordert, den Dialog mit Konzernen nicht abzulehnen. "Kommt an den Tisch, wir lösen das gemeinsam", sagte er im Interview mit ntv während des Weltwirtschaftsforums in Davos und ergänzte: "Je länger ihr wegbleibt und euch der Lösung verweigert, desto stärker verwirkt ihr euren moralischen Anspruch, uns zu kritisieren".

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Kaeser hatte sich in der ersten Januarhälfte angesichts eines umstrittenen Auftrags für eine Kohlemine in Australien mit der Fridays-for-Future-Aktivistin Luisa Neubauer getroffen. Dabei hatte er ihr einen Sitz im Aufsichtsgremium des künftigen Unternehmens Siemens Energy angeboten. In diesem Gremium will Siemens externe Expertise etwa bei Umweltfragen einbinden. Neubauer lehnte die Offerte ab. Zugleich hielt Siemens an dem Auftrag in Australien fest und handelte sich neue Proteste von Klimaaktivisten ein.

Neubauer habe ihn während des Gesprächs beeindruckt, so Kaeser. "Ich finde das gut, was sie machen. Ich finde das echt stark", sagte er mit Blick auf Fridays for Future. Er wünsche sich allerdings, dass sich die Aktivisten an der Lösungssuche beteiligten, um die "Komplexität der Zusammenhänge" zu verstehen - beispielsweise zwischen Arbeitsplätzen und Klimaschutz. Gleichzeitig wollten Aktionäre mehr Profit, so der Siemens-Chef. Im Gegensatz zu Investoren kämen Klimaaktivisten aber nicht an den Tisch, kritisierte Kaeser.

Am Montagabend hatte Kaeser gemeinsam mit anderen Konzernchefs in Davos an einem Abendessen mit US-Präsident Donald Trump teilgenommen. Dabei hatte er Trump gebeten, den jungen Klimaschützern zuzuhören. "Das hat er dann zur Kenntnis genommen", so Kaeser.

Quelle: ntv.de, jga