Wirtschaft

Drittes Jahr in Folge Kaufkraft in Deutschland steigt deutlich

63534112.jpg

Wenn die Verdienste mehr steigen als die Verbraucherpreise, erhöhen sich die Reallöhne.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Verbraucherpreise steigen zwar, doch die Löhne steigen kräftiger: Die Kaufkraft der Bürger in Deutschland nimmt 2016 erneut zu. Geringverdiener profitieren mit am meisten. Doch das Ende der hohen Zuwächse deutet sich an.

Die Kaufkraft in Deutschland ist 2016 das dritte Jahr in Folge gestiegen. Grund dafür ist die niedrige Inflation. Die Reallöhne wuchsen um 1,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt eine frühere Schätzung bestätigte. 2015 lag das Plus bei 2,4 Prozent, 2014 bei 1,9 Prozent.

Die Verdienste legten im vergangenen Jahr um 2,3 Prozent zu, während die Verbraucherpreise wegen billigerer Energie lediglich um 0,5 Prozent stiegen. Aus der Differenz ergibt sich der Reallohn. 2016 kamen vor allem Beschäftigte mit eher unterdurchschnittlichen Verdiensten auf ein hohes Lohnplus, was einige Experten auf den gesetzlichen Mindestlohn zurückführen. So erhielten ungelernte Arbeitnehmer 3,1 Prozent mehr Geld, geringfügig Beschäftigte 3,6 Prozent.

Lohnplus fällt im Osten höher aus

Unterschiede gab es auch zwischen West- und Ostdeutschland. Während die Löhne im Osten um 2,9 Prozent stiegen, legten sie im Westen um 2,2 Prozent zu. Im Vergleich der verschiedenen Branchen verzeichnete mit dem Gastgewerbe der Wirtschaftszweig mit den geringsten Bruttoverdiensten mit 3,5 Prozent den größten Zuwachs.

Mit der seit Dezember 2016 deutlich gestiegenen Inflation zeichnet sich allerdings ein Ende der hohen Reallohnzuwächse ab: Im vierten Quartal betrug der nominale Verdienstanstieg 2,3 Prozent, die Inflation lag bei 1,1 Prozent; daraus ergibt sich ein realer Zuwachs von lediglich 1,2 Prozent.

In diesem Jahr dürfte der Reallohn wegen der höheren Inflation also langsamer zunehmen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung rechnet mit einer durchschnittlichen Teuerungsrate von 1,8 Prozent.

Quelle: ntv.de, hul/DJ/rts/AFP