Wirtschaft

Zara und Uniqlo schon dabei Verband erwartet Ende kostenloser Retouren

Ein Paketzusteller sortiert und räumt in einer Zustellbasis von Deutsche Post DHL Pakete in ein Zustellfahrzeug.

Amazon, Zalando und Otto teilten auf Anfrage mit, nicht zu beabsichtigen, Retouren kostenpflichtig zu machen.

(Foto: Rolf Vennenbernd/dpa)

Deutschland ist Retouren-Europameister – die Rücksendequote liegt bei bis zu 75 Prozent. Das könnte sich bald ändern. Denn die ersten Unternehmen führen eine Rücksendegebühr ein. Doch nicht alle Online-Händler wollen diesen Weg gehen.

Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (BEVH) kündigt eine Kehrtwende im Onlinehandel mit Mode an. Der Boom der Corona-Jahre sei generell vorbei. "Bei Mode kommt erschwerend hinzu", sagte ein Sprecher der "Süddeutschen Zeitung", "dass wir ein Ende der kostenlosen Retoure erwarten, die bisher gang und gäbe ist und die von Kunden auch erwartet wird." Als Grund nannte er gestiegene Kosten: "Die hohen Preise für Transport und Verpackung führen dazu, dass die Händler diese Kosten stärker an die Kunden weitergeben."

Im vergangenen Jahr hatte der größte japanische Bekleidungshändler Uniqlo eine Rücksendegebühr von 2,95 Euro pro Paket eingeführt. Vor wenigen Tagen war Zara, die bekannteste Mode-Kette des spanischen Inditex-Konzerns, mit einer Retourengebühr von 1,95 Euro je Rücksendung gefolgt.

Marco Atzberger, Retouren-Experte des Kölner Handelsforschungsinstituts EHI befürwortet kostenpflichtige Retouren: "Das ist der richtige Weg", sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Björn Asdecker, Leiter der Forschungsgruppe Retourenmanagement an der Universität Bamberg begrüßt die Gebühren ebenfalls. "Vielleicht ist da jetzt ein Anfang gemacht", sagte er. "Es gibt aus meiner Sicht erfreulicherweise tatsächlich Bewegung im Markt."

Verband erwartet, dass weitere Unternehmen folgen

Deutschland ist Retouren-Europameister. Die Rücksendequote liegt laut EHI bei bis zu 75 Prozent, bei Mode geht mindestens jedes zweite Paket im Durchschnitt zurück.

Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel erwartet, dass weitere Unternehmen folgen. "Bleiben die Rückversandkosten weiter so hoch, werden Zara und Uniqlo die ersten, aber nicht die letzten sein, die Kosten an ihre Kunden weitergeben", sagte der Sprecher.

Amazon, Zalando und Otto teilten auf Anfrage mit, nicht zu beabsichtigen, Retouren kostenpflichtig zu machen. "Wir werden unsere Kundinnen in einer Zeit, in der sie durch die Teuerung von Energie und diverser Waren zusätzlich belastet sind, ganz bestimmt nicht über kostenpflichtige Retouren extra zur Kasse bitten", sagte ein Sprecher der Otto Group.

Quelle: ntv.de, cls

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