Wirtschaft

Energieökonomin des DIW Kemfert arbeitet an ihrer "Lebensaufgabe"

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Claudia Kemfert leitet seit 2004 die Abteilung Energie, Verkehr und Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW).

(Foto: Reiner Zensen)

Wirtschaftswachstum und Klimaschutz ist für Claudia Kemfert kein Gegensatz. Doch was tun? Ideen von FDP-Chef Lindner findet die Energieökonomin des DIW grundsätzlich nicht falsch. Aber sie könnten einen falschen Eindruck vermitteln, erzählt sie im ntv-Podcast "So techt Deutschland".

Claudia Kemfert kämpft seit vielen Jahren mit Wissenschaft für den Klimaschutz. Als sie anfing, war Fridays for Future noch Zukunftsmusik. "Das ist meine Lebensaufgabe", sagt die Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr und Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) im ntv-Podcast "So techt Deutschland". Wirtschaftswachstum und Klimaschutz sind für die Ökonomin dabei kein Gegensatz. Gleichzeitig betont sie, dass Technologie nur ein Baustein ist, kein Allheilmittel.

Verzicht oder Entbehrung. Das sind Begriffe, die viele Menschen mit dem Kampf gegen den Klimawandel verbinden. Doch Veränderung sei auch Chance, meint Claudia Kemfert. Die Ökonomin ist überzeugt, dass es einen gesamtgesellschaftlichen Wandel braucht, bei dem alles auf den Prüfstand kommt: Mobilität, Energie oder Wohnen.

"Wir müssen die gesamte Volkswirtschaft dekarbonisieren", stellt Kemfert klar. Zwar erkenne sie Fortschritte, doch auch sie fürchtet: "Uns läuft die Zeit davon." Damit ist die Energieökonomin in vielen Punkten bei Fridays for Future, die den Klimawandel endgültig ins Bewusstsein der Menschen gebracht haben. "Die gesamte Jugend ist ungeduldig - zu Recht", meint Claudia Kemfert.

Autoindustrie als neue Energiewirtschaft?

Doch was tun? FDP-Chef Christian Lindner plädiert in Interviews für mehr Erfindungsgeist und Technologie beim Klimaschutz. Grundsätzlich sei das auch nicht falsch, kommentiert die DIW-Expertin. Aber "es gibt sogar Studien darüber, warum manchen, wenn sie an Klimaschutz denken, nur Technologie einfällt". Letztlich gehe es aber um einen umfassenden Wandel.

Dafür muss sich auch die ein oder andere Industrie ganz schön strecken - zum Beispiel die Autoindustrie. Diese erinnere Kemfert "teilweise sehr stark an die Energiewirtschaft von vor 20 Jahren." Was sie damit meint, wie genau sich die Mobilität auch dank der Digitalisierung wandeln wird und warum der CO2-Preis pro Tonne bei 380 Euro liegen sollte, erklärt Claudia Kemfert in "So techt Deutschland".

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Quelle: ntv.de, chr