"Können dort einiges lernen"VW-Chef sieht chinesische Planwirtschaft als Vorbild

Volkswagen-Chef Blume lobt Chinas Industriepolitik. Von den Fünfjahresplänen in der Volksrepublik könne Deutschland einiges lernen, so der Top-Manager. Auch der Bundesregierung empfiehlt er verbindliche Pläne.
VW-Chef Oliver Blume sieht in der staatlich gelenkten Wirtschaft in China ein Vorbild für Deutschland. "Die Chinesen gehen sehr planerisch vor mit sogenannten Fünfjahresplänen und haben dort auch klare Prioritäten", sagte er der "Bild am Sonntag". "Das ist optimal durchstrukturiert. Und was wir in China sehr positiv erleben, ist eine hohe Disziplin und Leistungsbereitschaft, die Themen umzusetzen."
Der Top-Manager empfiehlt den Blick über den eigenen Gartenzaun: "Zu schauen, wie es andere Länder machen, und in China können wir dort auch einiges lernen, wie das Land sich entwickelt hat", sagte Blume.
Die Europäische Union führt dagegen den Erfolg der chinesischen Automobilindustrie in Europa auch auf staatliche Subventionen und damit Wettbewerbsverzerrung zurück. Der Staatenbund hat deswegen im Oktober 2024 Einfuhrzölle auf Elektroautos aus China in Kraft gesetzt. Anfang 2026 hat die EU-Kommission nachgelegt und Mindestpreise für chinesische E-Autos vorgeschlagen.
Die Stärken des Standorts Deutschland seien "eine hervorragende Ausbildung, hochqualitative Arbeit, eine tolle Industrielandschaft von Großunternehmen über den Mittelstand bis hin aber auch zu Forschungsinstituten", lobte Blume. Die höheren Kosten, auch bei den Löhnen, müssten aber mit höherer Produktivität kompensiert werden.
Mit Blick auf den "Autogipfel", zu dem Bundeskanzler Friedrich Merz im vergangenen Oktober ins Kanzleramt geladen hatte, sagte der VW-Chef: "Jetzt wird es entscheidend sein, zügig zu entscheiden und hinter die jeweiligen Themen einen konkreten Plan zur Umsetzung zu machen." Die Bundesregierung packe zwar "die richtigen Themen" an, konstatierte Blume. Es fehle aber eine verbindliche Roadmap. "Das heißt, zu formulieren, was wir machen, wer das macht und bis wann die Themen erledigt werden." Entscheidend sei es, dass die Fortschritte auch gemessen würden. Die Industrie stehe bereit, diesen Prozess zu unterstützen. "Jetzt hoffe ich stark darauf, dass wir dort Tempo aufnehmen."