Wirtschaft

Mehr als 55 Prozent Kohle-Importe nach Europa steigen rasant

Wasserdampf steigt am frühen Morgen aus den Kühltürmen des Braunkohlekraftwerks Jänschwalde der Lausitz Energie Bergbau AG (LEAG). Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Wegen der Gas-Krise produzieren wieder mehr Kohlekraftwerke Strom - hier die Kühltürme des Braunkohlekraftwerks Jänschwalde.

(Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild)

Eigentlich hatte sich der Kohle-Einsatz in Kraftwerken in den vergangenen Jahren in Deutschland reduziert. Nun aber wächst die Nachfrage nach Kohle in Europa, die Einfuhren schnellen im Vergleich zum Vorjahresmonat in die Höhe. Der Grund dafür liegt auch im Osten Europas.

Wegen der auch im Zuge der Ukraine-Krise rasant gestiegenen Gas-Preise nimmt der Import von Kohle nach Europa erheblich zu. Nach Berechnungen des Schiffsmakler Braemar ACM stiegen die Einfuhren um über 55 Prozent im Januar im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Hauptgrund ist, dass Kohle im Vergleich zu Gas günstiger geworden ist. In der Folge produzieren mehr Kohle-Kraftwerke Strom während der Einsatz von Gas-Kraftwerken reduziert wird. Die Internationale Energieagentur (IEA) geht davon aus, dass der Gas-Verbrauch in diesem Jahr in Europa um 4,5 Prozent zurückgeht. Dabei könnte auch der bislang vergleichsweise milde Winter eine Rolle spielen.

Der Kohle-Einsatz in Kraftwerken hatte sich in den vergangenen Jahren in Deutschland eigentlich reduziert. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien und auch der Anstieg des Preises für CO2-Rechte wirkte sich dabei aus. Kohlekraftwerke brauchen etwa doppelt so viele Rechte wie Gas-Anlagen.

Mehr zum Thema

Der rasante Anstieg des Gaspreises macht dies jedoch mehr als wett. Zudem produzierten im vergangenen Jahr vor allem die Windräder weniger Energie, da häufig Flaute herrschte. Dies hatte 2021 dann wiederum einen negativen Einfluss auf die Klimabilanz, der CO2-Ausstoß Deutschland stieg gegenüber 2020 nach ersten Studien um 4,5 Prozent.

Den Experten von Braemar zufolge trifft die wachsende Nachfrage nach Kohle auch wegen der Angst vor einem kompletten Lieferstopp Russlands nun aber auf einen engen Markt. Kolumbien und auch die USA könnten nicht so liefern wie gewünscht. Im Zuge der Energiewende ist auch die Kohleförderung in Europa wie etwa in Tschechien eingeschränkt worden. Die Preise für die Lieferung im März sind so im Vergleich zum September um rund 80 Prozent gestiegen.

Quelle: ntv.de, ghö/rts

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen