Wirtschaft

Kartelle belasten am meisten Kriminalität kostet Unternehmen Milliarden

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Dem IW zufolge leidet besonders die Baubranche unter Wirtschaftskriminalität.

(Foto: imago images / Sven Simon)

Korruption, Kartelle, Schwarzarbeit: Wirtschaftskriminalität belastet deutsche Unternehmen, die Umsatzeinbußen sind laut einer IW-Studie enorm. Demnach trifft dies zwei Wirtschaftszweige besonders.

In Deutschland gehen Unternehmen mehrere Hundert Milliarden Euro durch Wirtschaftskriminalität verloren. Das ist das Ergebnis einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Korruption, Kartelle und Schwarzarbeit schadeten Unternehmen branchenübergreifend und führten zu Umsatzverlusten von rund 18 Prozent, ergab eine aktuelle Unternehmensbefragung des Kölner Wirtschaftsinstituts.

Besonders stark von Bestechung seien die Baubranche und die Industrie betroffen. Über alle Branchen hinweg ergeben sich Einbußen durch Schwarzarbeit in Höhe von rund 313 Milliarden Euro und durch Korruption von 412 Milliarden Euro, so das Kölner Institut. Die größten Einbußen entstünden aufgrund unerlaubter Kartelle. Diese kosteten Unternehmen bundesweit nach eigenen Angaben rund 472 Milliarden Euro Umsatz.

"Im internationalen Vergleich hat Deutschland sogar relativ wenig mit Wirtschaftskriminalität zu kämpfen und das Vertrauen in Staat, Gesellschaft und Wirtschaft ist hoch", sagte IW-Studienautor Dominik Ernste. "Dennoch beklagen deutsche Unternehmen Umsatzverluste von bis zu 30 Prozent. In Ländern mit mehr Korruption und Schattenwirtschaft dürfte die Lage noch weitaus dramatischer sein."

Große Unternehmen als Magnet

In Deutschland haben rund ein Drittel der Unternehmen keine Probleme mit Preisabsprachen oder Bestechung der Konkurrenten, so die Ergebnisse der Studie, die auf einer Befragung von 853 Unternehmen im November beruhen. Einzelhandel und Finanz- sowie Versicherungsdienstleistungen wurden nicht befragt.

Umsatzverluste im Umfang von 1 bis 10 Prozent durch Korruption befürchten knapp die Hälfte der Unternehmen, während knapp 40 Prozent Schaden durch verbotene Kartellbildung sehen. Weitere jeweils 15 Prozent der Betriebe beziffern ihre Umsatzverluste durch unerlaubte Geschenke oder Absprachen sogar auf bis zu 30 Prozent. Besonders große Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern leiden deutlich mehr unter der illegalen Kartellbildung und Korruption als kleinere, so das IW.

Allerdings betonte das IW, dass die geschätzten Umsatzeinbußen von rund 18 Prozent nicht gleichbedeutend seien mit Verlusten für die gesamte deutsche Wirtschaft, da die Erlöse teilweise dennoch erzielt werden - nur eben mit verbotenen Mitteln oder unter Umgehung von beispielsweise steuerrechtlichen Vorgaben. "Diese Zahlen verdeutlichen aber, dass Korruption und Co selbst in gut entwickelten, erfolgreichen Volkswirtschaften eine Gefahr sind", erklärte das IW.

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Quelle: n-tv.de, cri/DJ

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