Wirtschaft

Defizit von 157 Milliarden Euro Krise reißt tiefes Loch in die Staatskasse

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Die Einnahmen des Staates sind um 4,3 Prozent gesunken.

(Foto: imago images/Rene Traut)

Die Corona-bedingte Rezession wirkt sich massiv auf den deutschen Staatshaushalt aus. Während Steuereinnahmen im vergangenen Jahr zurückgehen, steigen die Ausgaben für staatliche Hilfen. Das zeigt sich in einem deutlichen Finanzierungsdefizit.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben dem deutschen Staat in den ersten drei Quartalen des Vorjahres ein Defizit von 157,1 Milliarden Euro beschert. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden unter Verweis auf vorläufige Ergebnisse der Kassenstatistik mit. Um 11,6 Prozent gestiegene Ausgaben standen demnach zwischen Januar und September um 4,3 Prozent gesunkenen Einnahmen gegenüber.

Die Ausgaben aller öffentlichen Haushalte im Untersuchungszeitraum erhöhten sich in der Coronakrise auf etwa 1,23 Billionen Euro. Die Einnahmen gingen zugleich auf rund 1,07 Billionen zurück, was zu einem sogenannten Finanzierungsdefizit von 157,1 Milliarden Euro führte. In den drei Quartalen 2019 hatten Bund, Länder, Kommunen und Sozialversicherungen ein Plus von 18,8 Milliarden Euro erzielt. Ein Minus zu diesem Zeitpunkt gab es zuletzt 2016, das allerdings mit 0,1 Milliarden Euro sehr gering ausfiel.

Die höheren Ausgaben erklärten sich laut Bundesamt hauptsächlich durch höhere sogenannte Zuweisungen und Zuschüsse in Folge der Pandemie, etwa an Unternehmen oder Krankenhäuser. Dem standen sinkende Einnahmen aus Steuern und ähnlichen Abgaben gegenüber, da die deutsche Wirtschaft im ersten Halbjahr wegen der Corona-Beschränkungen eine schwere Rezession durchmachte. Betroffen davon waren demnach alle staatlichen Haushaltsebenen.

Quelle: ntv.de, mdi/AFP/rts