Wirtschaft

Drama für Wohnungssuchende Leerstand in Metropolen nähert sich der Null

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Blick auf die Münchner Innenstadt: Bayerns Landeshauptstadt verzeichnet mit 0,2 Prozent Leerstand die niedrigste Quote in Deutschland.

(Foto: picture alliance/dpa)

Eigentlich sollte sich im Jahr 2022 die düstere Situation am Wohnungsmarkt entspannen. Doch das Krisenjahr sorgt bei Wohnungssuchenden für noch größeren Frust. In den beliebten Großstädten bewegt sich die Leerstandsquote auf die Null zu. Anders ist es auf dem Land.

Statt der versprochenen Entspannung auf dem Wohnungsmarkt verschärft sich die Lage in Metropolen noch weiter. Die in Ballungszentren ohnehin schon niedrigen Leerstandsquoten nähern sich derzeit der Nulllinie. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" mit Verweis auf eine noch unveröffentlichte Studie des Analysehauses Empirica. Zugleich stünden in Schrumpfungsregionen immer mehr Immobilien leer, heißt es in der Studie. "Wenn das so weitergeht, haben wir in den großen Städten bald 0,0 Prozent Leerstand", sagte Vorstandschef Reiner Braun der Zeitung.

Mit Blick auf ganz Deutschland erscheint die Lage nicht so düster. Laut den jüngsten verfügbaren Daten standen Ende 2021 rund 607.000 Wohnungen leer. Im Jahr davor betrug die Zahl noch 611.000. Die Leerstandsquote liegt der Studie zufolge unverändert bei 2,8 Prozent. Gewöhnlich gilt der Immobilienmarkt in einer Stadt oder einem Landkreis als angespannt, wenn die Leerstandsquote unter 2 Prozent liegt. Die Ballungsräume rangieren allerdings weit unter diesem Wert: In Frankfurt am Main verringerte sich der Leerstand innerhalb dieser fünf Jahre von 0,5 auf 0,3 Prozent, Gleiches gilt für Münster und Freiburg. In München standen Ende 2021 nur 0,2 Prozent der Wohnungen leer - genauso viele beziehungsweise wenige wie im Jahr 2016.

Hohe Leerstandsquote im Osten

Die freie Auswahl haben Wohnungssuchende dagegen in Pirmasens, Frankfurt/Oder und Chemnitz: Dort betrug die Leerstandsquote zuletzt 9 Prozent oder mehr. Anders ausgedrückt: Etwa jede elfte Wohnung in diesen Städten steht leer. Auch in Ostdeutschland - ohne Berlin - lag die Leerstandsquote mit 6,2 Prozent deutlich höher als im Westen mit 2,1 Prozent. Den höchsten Leerstand unter den Bundesländern hatte zuletzt Sachsen-Anhalt mit 8,1 Prozent, gefolgt von Sachsen (6,6 Prozent) und Thüringen (6,1 Prozent). Die niedrigsten Leerstandsquoten gab es dagegen in den Stadtstaaten Hamburg (0,4 Prozent) und Berlin (0,8 Prozent), gefolgt von Bayern (1,2 Prozent) und Baden-Württemberg (1,3 Prozent).

Für Ende 2021 hatten die Autoren der Studie noch auf eine Trendumkehr gesetzt. Da war der Wohnungsleerstand nicht mehr nur in ländlichen Regionen gestiegen, sondern erstmals seit 2006 auch in einigen Wachstumsregionen. Doch die Hoffnung auf eine Entspannung in den begehrten "Schwarmstädten", in die es viele Menschen zieht, währte nicht lange. "Es wird weniger gebaut und es gibt wieder mehr Zuwanderung", erklärt Braun laut FAZ die zunehmende Knappheit. Das Analysehaus zählt zum Kreis der "Immobilienweisen", welche jedes Jahr ein Gutachten an die Bundesregierung übergeben.

Quelle: ntv.de, mau

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