Wirtschaft

Basislohn steigt auf elf Euro Lieferando stellt Ausrüstung und zahlt besser

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Lieferando erfüllt offenbar zentrale Anliegen seiner Fahrer. Es gibt mehr Geld und das Fahrrad sowie ein Smartphone werden künftig gestellt.

(Foto: picture alliance / NurPhoto)

Essenslieferdienst Lieferando verbessert im Kampf um Lieferpersonal die Arbeitsbedingungen im Unternehmen - und erfüllt somit einige Forderungen, die vielen Fahrerinnen und Fahrern bereits lange unter den Nägeln brennen. Künftig gibt es mehr Geld - und Rad sowie Handy stellt das Unternehmen.

Der Essenslieferdienst Lieferando verbessert die Arbeitsbedingungen und erhöht den Lohn: Fahrerinnen und Fahrer würden ein Dienst-Fahrrad und ein Dienst-Smartphone inklusive Daten-Flatrate angeboten, teilte Lieferando mit. Der Basislohn sei seit 1. Januar auf elf Euro pro Stunde gestiegen und liegt damit einen Euro höher als zuvor. Allerdings boomt die Branche der Essens- und Lebensmittellieferdienste aktuell massiv. Fahrerinnen und Fahrer sind für die Unternehmen zunehmend schwer zu finden.

Lieferando-Manager Alexander Linden erklärte: "Unsere Kuriere leisten eine hervorragende Arbeit für unsere Restaurantpartner und Kunden. Wir unterstützen sie dabei mit einem einzigartigen Gesamtpaket aus einer unbefristeten Direktanstellung, erstklassiger Bezahlung und einzigartiger Ausrüstung."

Gestelltes Rad oder Kilometerpauschale

Ab Februar sollen alle Beschäftigten wählen können zwischen einem von Lieferando gestellten Fahrrad, einem Leasing-Rad oder dem eigenen Rad. Bislang war dies nur in 15 Großstädten der Fall; Lieferando ist in rund 60 Städten präsent. Bei Leasing oder Nutzung des eigenen Rads zahlt das Unternehmen eine Kilometerpauschale. Laut Lieferando liegt die Kilometerpauschale bei 14 Cent. Die Leasingräder können die Kuriere vergünstigt mieten. Alle rund 10.000 Fahrerinnen und Fahrer sollen ab Februar bis Ende März ein Smartphone mit Daten-Flatrate zur dienstlichen Nutzung bekommen. Es sei wasserdicht und stoßfest, teilte Lieferando mit. Ein Wartungs -und Schadenservice sei inbegriffen.

Der Lohn von elf Euro pro Stunde werde unabhängig davon ausgezahlt, wie viel die Kuriere ausliefern, ob sie auf eine Bestellung warten oder krankgeschrieben oder im Urlaub sind, wie Lieferando betonte. Hinzu kämen Liefer-Boni und Kilometerpauschalen. Laut Lieferando ermöglichen diese Verdienste von bis zu 18 Euro pro Stunde; im deutschlandweiten Monatsdurchschnitt sind es demnach mehr als 13 Euro.

Gewerkschaft mahnt vor Hetzerei

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten hatte im Sommer einen Stundenlohn von mindestens 15 Euro für Lieferando-Beschäftigte gefordert. Beschäftigte des Lieferdienstes verlangen demnach zudem die Zahlung eines 13. Monatsgehalts, Zuschläge für Schichten am Abend, an Sonn- und Feiertagen, sechs Wochen Urlaubsanspruch und die volle Bezahlung der letzten Fahrt zurück an den Wohnort. Stattdessen müsse das Bonussystem weg, sagte Gastgewerbe-Experte der Gewerkschaft, Christoph Schink. Denn das würde zu gefährlicher Hetzerei führen.

Das Unternehmen stellt seine Kuriere seit 2016 regulär an und bietet nach eigenen Angaben seit November 2021 unbefristete Verträge. Im Schnitt liefern die Kuriere demnach zwei Bestellungen pro Stunde aus und fahren rund fünf Kilometer pro Stunde. Lieferando gehört zum niederländischen Konzern Just Eat Takeaway.

Quelle: ntv.de, als/AFP/dpa

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