Wirtschaft

Minuszinsen und Markteingriffe Lira-Verfall beunruhigt die Schweizer

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SNB-Notenbanker Fritz Zurbrügg.

(Foto: picture alliance / Anthony Anex/)

Die Entwicklungen in der Türkei gehen selbst an der Schweiz nicht spurlos vorüber. Ein hochrangiger Währungshüter spricht von "weiterhin fragilen Devisenmärkten". Notenbanker Zurbrügg stellt potenzielle Interventionen zur Schwächung des Franken in Aussicht.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hält ihre expansive Geldpolitik angesichts der jüngsten Aufwertung des Franken zum Euro weiterhin für gerechtfertigt. "Die Entwicklungen in den letzten Tagen haben gezeigt, dass die Devisenmärkte weiterhin fragil sind", sagte SNB-Direktoriumsmitglied Fritz Zurbrügg.

Diese Schwankungen könnten dazu führen, dass Investoren in den "sicheren Hafen" Franken fliehen, erklärte der Notenbanker am Rande der Präsentation der neuen 200-Franken-Note. Die Geldpolitik Schweizer Zentralbank trage diesen Entwicklungen Rechnung.

Die SNB hält den Leitzins seit geraumer Zeit im negativen Bereich bei minus 0,75 Prozent. Daneben behalten sich die eidgenössischen Währungshüter die Möglichkeit für neuerliche Interventionen am Devisenmarkt offen.

Die Schweizer Nationalbank ist an einem möglichst schwachen Franken interessiert, um die exportorientierte Wirtschaft zu stützen. Angesichts der Währungskrise in der Türkei hatte jüngst auch der Euro an Wert verloren. Der Franken stieg in der Folge auf den höchsten Wert seit rund einem Jahr. zuletzt kostete ein Euro etwa 1,1288 Franken.

Zurbrügg ist im erweiterten Direktorium der Schweizer Nationalbank in Bern unter anderem für Fragen der Finanzstabilität und das Thema Bargeld zuständig. Der 1960 geborene Züricher war zuvor Leiter der SNB-Abteilung Finanzmärkte. Vor seinen Posten bei der SNB leitete er zeitweise die Afrika-Abteilung des Internationalen Währungsfonds in Washington.

Quelle: n-tv.de, mmo/rts

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