Wirtschaft

Notfallplan Dover-Calais floppt London kündigt Deal mit "Reederei ohne Schiffe"

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Täglich nutzen insgesamt mehr als 10.000 Lkw die Verbindung zwischen Calais und Dover, um England zu versorgen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Es ist ein Horrorszenario im Fall eines ungeordneten Brexits: Tausende Lastwagen stauen sich am Nadelöhr Dover-Calais. Die britische Regierung will ein mögliches Chaos verhindern. Der Vertrag für eine Alternativroute gerät jedoch zur Blamage.

Die britische Regierung hat einen umstrittenen Reederei-Vertrag für den Fall eines Brexits ohne Abkommen gekündigt. Die neu gegründete Fährgesellschaft Seaborne sollte eine alternative Schiffsverbindung zwischen dem englischen Ramsgate und dem belgischen Ostende anbieten, wenn die Strecke Dover-Calais wegen der dann nötigen Grenzkontrollen überlastet sein sollte.

Der umgerechnet knapp 16 Millionen Euro schwere Deal hatte jedoch einen Haken: Das Unternehmen hatte noch gar keine Schiffe. Die Londoner Regierung musste deshalb viel Kritik einstecken.

Es sei klar geworden, dass Seaborne seinen vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommen könne, teilte das Verkehrsministerium in London mit. Wie es heißt, soll eine irische Reederei ihre Unterstützung für Seaborne unerwartet zurückgezogen haben.

Die Suche nach Alternativen geht weiter: "Die Regierung ist bereits in fortgeschrittenen Gesprächen mit einer Reihe von Unternehmen, um zusätzliche Kapazitäten für Schiffsfracht im Falle eines Brexits ohne Abkommen zu sichern - auch am Hafen in Ramsgate", heißt es weiter.

Der Vertrag mit Seaborne gehörte zu einer Reihe von Notfallplänen, mit denen London Chaos verhindern will. Dover-Calais ist die wichtigste Fährverbindung zwischen Großbritannien und dem Festland. Jährlich werden 2,5 Millionen Lastwagen über die Meeresenge transportiert. Im Falle eines harten EU-Austritts Großbritanniens werden hier kilometerlange Rückstaus bei der Zollabfertigung von Lkw erwartet.

Quelle: n-tv.de, ddi/dpa

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