Wirtschaft

Keine Einigung im Tarifstreit Lufthansa-Chef droht Piloten mit Entlassung

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Teilzeitmodelle sollen den Personalüberhang bei der Lufthansa künftig regeln - eine Einigung mit den Piloten ist jedoch nicht in Sicht.

(Foto: imago images / Sven Simon)

Die Beschäftigtengruppe mit den höchsten Gehältern bereitet der Lufthansa Sorgen, eine Einigung im Tarifstreit mit den Piloten ist nicht in Sicht. Die Hängepartie könnte Hunderte den Job kosten. Dank des strikten Sparkurses will die Airline ab 2022 wieder Profite einfahren.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr droht wegen des fehlenden Tarifabschlusses bereits für das kommende Frühjahr mit Massenentlassungen bei Piloten. "Mangels Einigung wird es wohl erstmals in der Geschichte unseres Unternehmens im zweiten Quartal 2021 so weit sein, dass uns 500 Kapitäne und 500 Erste Offiziere verlassen müssen", sagte er der "Wirtschaftswoche". Das wäre in etwa ein Fünftel des Lufthansa-Cockpit-Personals.

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Anders als die Flugbegleiter hätten sich die Piloten nicht auf ausreichende Zugeständnisse bei den Gehältern und Arbeitszeitverkürzungen eingelassen. "Es geht ausgerechnet um die Beschäftigtengruppe mit den höchsten Tarifgehältern", sagte Spohr. "Innovative Teilzeitmodelle für die nächsten Jahre müssten möglich sein, um den unzweifelhaft vorhandenen Personalüberhang mit möglichst wenig Kündigungen zu kompensieren."

Bei den Buchungen sieht es für das kommende Jahr dank der bevorstehenden Verfügbarkeit von Corona-Impfstoffen unterdessen gut aus. "Seit eine konkrete Aussicht auf einen wirksamen Impfstoff besteht, haben sich unsere Buchungen für den nächsten Sommer verdreifacht", sagte Spohr. "Ich gehe davon aus, dass wir im kommenden Jahr durchschnittlich wieder die Hälfte des Niveaus von 2019 erreichen können, für den Sommer und den Herbst kalkulieren wir mit bis zu 70 Prozent."

Lufthansa praktiziert striktes Kostenmanagement

Der Abfluss liquider Mittel soll im kommenden Jahr gestoppt werden. Ab 2022 wolle die Lufthansa wieder profitabel sein. Deshalb geht Spohr auch weiter davon aus, dass die Bundesregierung ihre Beteiligung ab 2023 herunterfährt. Die Lufthansa habe derzeit mehr Liquidität als gedacht "Von den Stabilisierungsmitteln in Höhe von insgesamt neun Milliarden Euro haben wir bisher erst drei Milliarden abgerufen", sagte Spohr. Dank des strikten Kostenmanagements habe die Lufthansa nur einen geringen Teil davon tatsächlich ausgegeben.

Den Frankfurter Flughafen forderte Spohr dazu auf, der Lufthansa bei den Gebühren entgegenzukommen. "Mit unseren Drehkreuz-Flughäfen München, Zürich, Wien und Brüssel haben wir Vereinbarungen für das gemeinsame Hochfahren des Geschäfts getroffen. In Frankfurt führten nicht einmal die Verhandlungen über Gebühren für geparkte Flugzeuge zu einem marktüblichen Kompromiss", sagte der Manager. Darum werde die Lufthansa nun weitere nicht benötigte Flugzeuge wie den Superjumbo Airbus A380 an Flughäfen in Spanien und Südfrankreich verlegen.

Quelle: ntv.de, mba/DJ

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