Wirtschaft

Dekret von Meloni-Regierung Lufthansa übernimmt wohl Fluggesellschaft ITA

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ITA ist die Nachfolgerin des Traditionsunternehmens Alitalia.

(Foto: picture alliance / Markus Mainka)

Noch einmal versucht die Lufthansa, sich die Nachfolgerin von Alitalia zu sichern. Ein Dekret der italienischen Regierung deutet laut einem Medienbericht nun darauf hin, dass der deutsche Konzern diesmal den Zuschlag bekommt.

Nach jahrelangen Übernahme-Gerüchten ist es offenbar tatsächlich so weit: Informationen des "Handelsblatts" zufolge steht die Lufthansa kurz vor der Übernahme der italienischen Airline ITA, der Nachfolgegesellschaft der insolventen Alitalia. Ein Dekret, das die neue italienische Regierung kürzlich verabschiedete, deute zwischen den Zeilen auf die Lufthansa als Käufer für ITA hin.

Mit dem Dekret kann die rechtsnationale Regierung unter Premierministerin Giorgia Meloni dem Bericht zufolge formal neue Angebote für die staatliche Fluggesellschaft einholen. Ihr Vorgänger Mario Draghi hatte demnach exklusive Gespräche mit dem Finanzinvestor Certares Management unter Einbindung der beiden Fluggesellschaften Air France-KLM und Delta Air Lines vereinbart. Das lange Zeit führende Konsortium von Lufthansa und der Schweizer Reederei MSC hatte das Nachsehen. Meloni habe den Verkaufsprozess jedoch gestoppt.

Per Dekret schreibt die italienische Regierung demnach nun vor, dass nur Unternehmen bieten dürfen, die bereits in der vorherigen Runde dabei waren. Infrage kommen neben der Lufthansa somit nur MSC, Certares, Air France-KLM, Delta sowie der Luftfahrtinvestor Indigo. Zweitens müsse der Bieter ein Luftfahrt-Unternehmen sein. Lege ein Konsortium ein Angebot vor, müsse zumindest einer der Partner in der Branche aktiv sein sowie die Führungsrolle übernehmen.

Rom soll sich beim Kerngeschäft raushalten

Das Management von Delta habe jedoch klargemacht, nicht die Führung übernehmen zu wollen, heißt es weiter. Air France-KLM unterliege wegen Staatshilfen bei Übernahmen strengen Auflagen. Die Schweizer Reederei MSC habe erklärt, kein Interesse mehr an ITA zu haben. Zwar sei noch offen, ob Indigo noch einmal einen Versuch startet. Doch deutet damit vieles auf die Lufthansa als alleinigen Investor hin.

Selbst bei einer Minderheitsbeteiligung solle der Investor den vollen Durchgriff beziehungsweise die volle Kontrolle über das Kerngeschäft haben, zitiert das "Handelsblatt" aus dem Dekret. Die Gefahr, dass die Regierung in Rom etwa bei Flugplan oder Zielen kräftig mitmischt, sei somit zumindest auf dem Papier gebannt. Auch ein Einstieg in Etappen wäre dem Dekret zufolge möglich. Italienischen Medien zufolge könnte die Lufthansa zunächst 35 bis 40 Prozent von ITA übernehmen und später auf 100 Prozent aufstocken. Die Höhe der Anteile und Roms Mitspracherecht sind dem Vernehmen nach zentrale Themen der Verhandlungen.

Das "Handelsblatt" erwartet schon bald eine erste Absichtserklärung von Rom und Lufthansa. ITA hatte Anfang Dezember bereits von konstruktiven Gesprächen mit der Lufthansa berichtet.

Quelle: ntv.de, chl

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