Wirtschaft

Teure Eurowings-Expansion kostet Lufthansa überrascht negativ

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Der Lufthansa-Konzern verfehlte mit seinen Zahlen deutlich die Erwartungen der Analysten.

(Foto: picture alliance / Matthias Balk)

Im ersten Quartal verbuchen die Lufthansa, die Schweizer Fluglinie Swiss und die Frachttochter Zugewinne. Der Gesamtkonzern verpasst die Erwartungen von Analysten aber dennoch deutlich, weil bei der Billigtochter "signifikante Einmalkosten" anfallen.

Kosten für die Expansion der Billigtochter Eurowings lasten auf den Gewinnen der Lufthansa. Das bereinigte operative Ergebnis stagnierte in den ersten drei Monaten des Jahres bei 26 Millionen Euro nach 25 Millionen Euro im Vorjahresquartal, wie die Fluggesellschaft mitteilte. Dabei steigerten die Fluglinien Lufthansa und Swiss ihre Ergebnisse deutlich, auch das Frachtgeschäft verbuchte einen Gewinnsprung. Eurowings wies dagegen einen operativen Verlust aus. Abzüglich Zinsen und Steuern verringerte die Lufthansa ihre Verluste im Vergleich zum Vorjahresquartal um rund 16 Prozent auf 57 Millionen Euro.

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Der Lufthansa-Konzern verfehlte mit seinen Zahlen deutlich die Erwartungen der Analysten. Zum Start in den Handel verloren die Aktien der Fluggesellschaft mehr als drei Prozent an Wert.

Die Lufthansa hatte gut die Hälfte der 144 Flugzeuge der insolventen Air Berlin übernommen, um Eurowings auszubauen. Doch die Expansion kostet Geld. Bei dem Billigflieger seien "signifikante Einmalkosten" angefallen, räumte Lufthansa ein. Der operative Verlust summierte sich im Quartal auf 203 Millionen Euro. "Auch in den kommenden Monaten werden Einmalkosten die Entwicklung der Stückkosten von Eurowings weiter belasten", teilte Lufthansa mit.

Bereinigtes Ebit von knapp drei Milliarden Euro

Die Umsätze des Konzerns schrumpften im Quartal leicht um 0,7 Prozent auf 7,64 Milliarden Euro. Grund dafür war die erstmalige Anwendung des neuen Rechnungslegungsstandards IFRS-15, wie die Lufthansa mitteilte. Ohne diese Effekte wären die Erlöse um 4,5 Prozent gestiegen. Analysten hatten mit Erlösen von 8,2 Milliarden Euro und einem Betriebsgewinn von 81,3 Millionen Euro gerechnet.

An der Prognose für das Gesamtjahr hält der Vorstand fest: Das bereinigte Ebit dürfte 2018 leicht unter dem Wert des Vorjahres von knapp drei Milliarden Euro liegen. Abstriche machte der Konzern aber bei seiner Prognose für das organische Angebotswachstum: Dieses reduzierte die Lufthansa von 9,5 Prozent auf 8,5 Prozent. Als Grund nannte der Konzern Streiks, wetterbedingte Flugausfälle sowie die verzögerte Auslieferung von Maschinen, weshalb Eurowings weniger stark wächst als geplant.

Der Markt war auf so schlechte Nachrichten nicht vorbereitet. "Eine gesenkte Wachstumsprognose ist das allerletzte, was der Markt bei den hohen Aktienbewertungen hören will", sagt ein Händler. Allerdings sei die Aktie schon von rund 30 auf 25 Euro zurückgefallen aufgrund solcher Befürchtungen. Da jedoch auch die Gewinnziffern unter Erwarten lägen, werde mit deutlich fallenden Aktienkursen gerechnet.

Quelle: n-tv.de, chr/rts/DJ

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