Wirtschaft

"Klares Alarmsignal"Maschinenbauer verlagern Entwicklung immer mehr ins Ausland

08.09.2026, 12:33 Uhr
00:00 / 02:41
613917046
Unternehmen zieht es wegen Umsatzrückgängen und hohen Standortkosten ins Ausland. (Foto: picture alliance/dpa)

Vier von zehn Maschinenbau-Unternehmen forschen und entwickeln bereits außerhalb Deutschlands - und viele von ihnen wollen ihre Aktivitäten dort ausbauen. Der VDMA schlägt deshalb Alarm und kritisiert eine geplante Kürzung des Wirtschaftsministeriums.

Deutschlands Maschinen- und Anlagenbauer verlagern Forschungsaktivitäten zunehmend ins Ausland. 43 Prozent organisieren Forschung und Entwicklung (FuE) bereits außerhalb Deutschlands, wie eine Umfrage des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) unter 400 Mitgliedsfirmen ergab. Mehr als zwei Drittel (69 Prozent) derjenigen, die bereits im Ausland forschen, wollen ihre Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten jenseits der Grenzen ausbauen.

Diese Entwicklung sei "ein klares Alarmsignal für den Industriestandort Deutschland - auch weil wir mit 190.000 Ingenieuren wichtigster Wertschöpfungspartner für neue Produkte und Prozesse der Wirtschaft sind", sagt der stellvertretende VDMA-Hauptgeschäftsführer Hartmut Rauen. Zwar investierten die Firmen im Maschinenbau auch weiter an ihren Stammsitzen in Deutschland. Es gebe aber Umsatzrückgänge und hohe Standortkosten. "Wer den Industriestandort und Hightech hierzulande sichern will, muss jetzt die Voraussetzungen für Investitionen und Innovationen schaffen." Unbürokratische Förderung sei ein wichtiger Faktor.

Rauen kritisierte deshalb die geplante Kürzung der sogenannten Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) im Etat des Bundeswirtschaftsministeriums 2027 als "fatales Signal". Es gebe kein besseres Instrument für die Brückenbildung zwischen Wissenschaft und Industrie. "Unter der Kürzung leiden gerade jene Unternehmen, die noch stark auf den FuE-Standort Deutschland setzen." Bei der IGF schließen sich vor allem kleine und mittlere Unternehmen zusammen, weil sie sich keine eigenen Forschungsabteilungen leisten können.

Vier von zehn der bereits international forschenden Unternehmen erwarten, dass ihr Auslandsanteil in den nächsten fünf Jahren um etwa zehn Prozentpunkte steigen wird. Weitere knapp 40 Prozent rechnen mit einem noch stärkeren Zuwachs. China und Indien dürften nach Enschätzung des VDMA dabei an Bedeutung gewinnen.

Quelle: ntv.de, mwa/dpa/rts

InvestitionenKonjunkturVDMAIndustrieMaschinenbau