Wirtschaft

"Grausame Existenzkämpfe" Maschmeyer rechnet mit Startup-Pleitewelle

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Carsten Maschmeyer.

(Foto: picture alliance / Caroline Seid)

Die Corona-Pandemie stellt junge Unternehmen nach Einschätzung von Carsten Maschmeyer vor gewaltige Herausforderungen. Viele werden scheitern, warnt der Investor im Interview mit ntv.

Der deutsche Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer rechnet wegen der aktuellen Corona-Pandemie mit einer nie da gewesenen Pleitewelle von Startups. Er gehe davon aus, "dass jetzt doppelt so viele scheitern werden, weil sie mit diesem Gegenwind nicht klarkommen", sagte Maschmeyer in einem Gespräch mit ntv.

"Es werden viele Gründer von grausamen Existenzkämpfen berichten, was andere abschreckt", so der Investor weiter. Das werde sich nachteilig auf die Bereitschaft auswirken, ein Unternehmen zu gründen. Besonders unattraktiv seien Geschäftsideen, die mit der Hotel- und Reisebranche in Verbindung stehen.

Die aktuelle Corona-Krise werde die Wirtschaftswelt und das gesellschaftliche Leben grundsätzlich prägen, so Maschmeyer. "Wir werden eine sehr veränderte Post-Pandemiewelt haben - mit ganz veränderten Situationen." Es gebe einen "richtigen Neustart in eine veränderte Welt", sagte der Unternehmer. Durch aktuelle Erfahrungen mit Video-Konferenzen und Homeoffice werde es künftig unter anderem weniger Geschäftsreisen sowie einen geringeren Bedarf an Büroflächen geben.

Der Finanzunternehmer rechnet auch mit Veränderungen im Bildungsbereich. "Warum muss jedes Kind jeden Tag in die Schule? Warum müssen erwachsene Studenten Präsenzunterricht haben, obwohl man das per Videostream haben kann?"

Maschmeyer, der im Februar eine inzwischen überstandene Hautkrebserkrankung öffentlich gemacht hatte, sieht in der Corona-Pandemie "eine Katastrophe". Seine Erkrankung sei vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen plötzlich nicht mehr wichtig: "Corona ist viel, viel wichtiger."

Quelle: ntv.de, jga