Wirtschaft

1750 Burger-Brater packen mit an McDonald's-Mitarbeiter befüllen Aldi-Regale

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Paletten voll Toilettenpapier im Zentrallager von Aldi. Das alles muss noch in die Regale der Filialen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nudeln und Klopapier einräumen, statt Pommes und Burger braten? McDonald’s-Mitarbeiter haben sich nicht lange bitten lassen. Weil die Fast-Food-Küche derzeit größtenteils kalt bleibt, helfen sie dort, wo sie am meisten gebraucht werden. Die Bilanz nach einer Woche Allianz mit dem Discounter Aldi lässt sich sehen.

Aldi und McDonald's haben in diesen ungewöhnlichen Zeiten eine erfolgreiche Partnerschaft geschmiedet: Gemeinsam riefen sie vor einer Woche Mitarbeiter der Fastfoodkette auf, dem Discounter zu helfen, den durch die Virus-Krise ausgelösten Kundenansturm zu bewältigen. Die Bilanz seitdem: 1750 Burger-Brater haben das Angebot angenommen, wie Aldi Süd auf Nachfrage des Technikportals Chip mitteilt.

"Wir erleben gerade eine nie da gewesene Ausnahmesituation mit großen Herausforderungen, in der uns als Lebensmittelhändler eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe zukommt", zitiert das Portal den Discounter. Die Corona-Pandemie ist der Stresstest für den Einzelhandel. Während ein Teil des Wirtschaftslebens lahm liegt, brummt es an anderen Stellen. Insbesondere der deutsche Einzelhandel stöhnt, weil Personal fehlt.

Gleichzeitig köchelt das Geschäft bei Fastfoodketten wie McDonald's und Burger King wegen des Corona-Virus auf kleiner Flamme. Bei McDonald’s beschränkt sich der Betrieb vorerst auf den kontaktlosen Auto-Service McDrive. Burger King setzt auf kontaktlose Lieferungen über einen Bestellservice.

Statt zum Frittiergerät geht es ans Nudelregal

Was an Geschäft geblieben ist, reicht nicht aus, um alle Beschäftigten durchzufüttern. Den Mitarbeitern drohen Kurzarbeit und Einnahmeausfälle. Die Burger-Brater zeigen sich deshalb flexibel und wechseln dorthin, wo es Arbeit gibt. Aldi stellt seine Mitarbeiter im Zuge der Personalpartnerschaft zu den üblichen Konditionen befristet ein, jeder wird nach Bedarf eingesetzt.

Im Einzelhandel ist das Bild derzeit überall dasselbe: Nicht nur in den rund 30.000 Lebensmittelgeschäften, auch in Apotheken und Drogerien arbeiten die Menschen in diesen Tagen unter Hochdruck. Alle suchen händeringend Personal. Drogeriemärkte werben inzwischen via Facebook um Minijobber. Digitale Personalvermittler versuchen beim Schließen der Personaldecken zu helfen. Die Berliner App Zenjob zum Beispiel vermittelt erfolgreich Studenten an Einzelhändler und Drogeriemarktketten. Online-Portale wie daslandhilft.de und saisonarbeit-in-deutschland.de unterstützen derweil Landwirte bei der Suche nach dringend benötigten Erntehelfern.

Quelle: ntv.de, ddi