Wirtschaft

Abzug aus EU-Steuerparadies McDonald's zieht nach Großbritannien

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Der bisherige McDonald's-Standort in Luxemburg ist künftig nur noch mit den Restaurants in dem Land selbst betraut.

(Foto: REUTERS)

Jährlich umgeht McDonald's milliardenhohe Steuerzahlungen an die EU. Jetzt verabschiedet sich der US-Konzern aus der Steueroase Luxemburg und schlägt die Zelte in Großbritannien auf. Der Umzug soll aber nicht mit Steuerpraktiken in Verbindung stehen.

Die McDonald's-Kette wird einen Großteil ihrer außerhalb der USA erzielten Einnahmen künftig in Großbritannien versteuern. Trotz der andauernden steuerlichen Untersuchung des US-Konzerns durch die EU-Kartellbehörde, verschiebt McDonald's einen Teil seiner Geschäfte weg aus Luxemburg in eine neu gegründete internationale Holdinggesellschaft mit Sitz auf der britischen Insel.

Die neue Holdinggesellschaft werde die "Verantwortung für die Mehrheit der durch die Lizenzierung des globalen geistigen Eigentums des Unternehmens außerhalb der Vereinigten Staaten erhaltenen Lizenzgebühren" haben. Ihre Gewinne unterlägen der britischen Unternehmenssteuer, fügte McDonald's hinzu. Der Standort in Luxemburg werde weiterhin die Verantwortung für die Schnellrestaurants in dem Land haben. Alle anderen Aufgaben würden aber auf die neue Holding übertragen. Die Wahl des Standorts sei wegen der Sprache, der Verbindungen zu anderen Märkten und der großen Zahl an dort beschäftigten Mitarbeiter auf Großbritannien gefallen, begründete das US-Unternehmen den Schritt.

Die Europäische Kommission untersucht schon seit gut einem Jahr die Steuerpraktiken von McDonald's in Luxemburg. Auch andere US-Konzern sind ins Fadenkreuz der Ermittler geraten: Sie untersuchen, ob Konzerne wie Amazon und Apple von illegalen Steuerabkommen in Europa profitiert haben, indem sie Gewinne zwischen ihren Tochtergesellschaften hin- und hergeschoben haben, um Steuern zu vermeiden.

McDonald's: Alle Steuerschulden sind gezahlt

Brüssel könnte McDonald's nach Abschluss der Ermittlungen anweisen, für die Jahre 2009 bis 2015 ungezahlte Steuern in Höhe von bis zu 1,5 Milliarden Euro an Luxemburg zu zahlen, wie Gewerkschaften aus den USA und Europa im Oktober mitteilten. Sie bezogen sich dabei größtenteils auf die veröffentlichten Geschäftsberichte von McDonald's. Währenddessen erklärte der Konzern, er habe keine steuerliche Sonderbehandlung erhalten und demzufolge auch alle Steuerschulden bezahlt. Das Unternehmen teilte mit, es habe zwischen 2011 und 2015 mehr als 2,5 Milliarden US-Dollar an Unternehmenssteuern in der EU bezahlt.

Quelle: n-tv.de, lou/DJ

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