Wirtschaft

Neue Hürde durch US-Kartellwache Mega-Fusion von Linde und Praxair wackelt

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Der Gasehersteller Linde stößt bei der Fusion mit dem früheren US-Konkurrenten Praxair auf unerwartete kartellrechtliche Hürden.

(Foto: picture alliance / Matthias Balk)

Der geplante Zusammenschluss des deutschen Gasekonzerns Linde mit dem US-Konkurrenten Praxair steht überraschend auf der Kippe. Offenbar verlangen die US-Wettbewerbsbehörden für die Fusion mehr Verkäufe. Das sei für den Dax-Konzern aber problematisch.

Der deutsche Industriegasehersteller Linde und sein früherer US-Konkurrent Praxair müssen für ihre Fusion wegen kartellrechtlicher Bedenken möglicherweise mehr Unternehmensteile veräußern als bislang erwartet. Das habe sich aus Gesprächen mit verschiedenen Wettbewerbsbehörden ergeben, wie Linde mittteilte.

Das könnte den Zusammenschluss ins Wanken bringen. Linde und Praxair haben sich vorbehalten, die Fusion abzublasen, wenn sie mehr als 3,7 Milliarden Euro Umsatz oder 1,1 Milliarden Euro operativen Gewinn (Ebitda) abgeben müssten.

Linde sei darüber informiert worden, dass die US-Behörde Federal Trade Commission (FTC) Erwartungen im Hinblick auf zusätzliche Veräußerungen und die betreffenden Käufer habe, die für eine Freigabe als erforderlich angesehen würden, hieß es in der Mitteilung des Konzerns. Es bestehe daher eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass die vereinbarte Obergrenze für Veräußerungen überschritten werde.

Linde und Praxair analysierten nun die Erwartungen der Kartellwächter, um deren Reichweite einzuschätzen. In weiteren Gesprächen mit der FTC solle "ein für die Beteiligten akzeptables Ergebnis" erreicht werden. Bis spätestens 24. Oktober muss dieser über die Bühne gegangen sein. Hintergrund ist das deutsche Recht, nach dem die Aktionäre binnen zwölf Monaten Klarheit über das Gelingen der Transaktion haben müssen.

Geplanter Milliardendeal im Gase-Geschäft

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte Mitte Juli berichtet, dass die EU kurz davor stünde, grünes Licht für die Fusion zu geben. Kartellrechtliche Bedenken der EU-Kommission seien durch die Praxair-Zusage ausgeräumt worden, sich für den geplanten Zusammenschluss von einem Großteil seines Europageschäfts zu trennen, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen. Der japanische Konzern Taiyo Nippon Sanso übernimmt Geschäftsteile für insgesamt fünf Milliarden Euro. Zudem verkauft Linde einen Großteil seines Amerika-Geschäfts an den deutschen Konkurrenten Messer.

Das hessische Familienunternehmen und der Finanzinvestor CVC übernehmen gemeinsam für umgerechnet 2,8 Milliarden Euro Firmenteile in den USA, Kanada, Brasilien und Kolumbien. Durch die Fusion des Dax-Unternehmens mit Praxair würde der weltgrößte Hersteller von Industriegasen wie Sauerstoff und Helium entstehen.

Quelle: n-tv.de, cri/rts/dpa

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