Wirtschaft

Steuerzahler nicht der Dumme Mehdorn: BER wird sich rentieren

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Mehdorn rechnet mit seinem ehemaligen Technikchef ab.

(Foto: REUTERS)

Der Berliner Pannenflughafen wird den Steuerzahler nichts kosten – das behauptet Hartmut Mehdorn vor dem Untersuchungsausschuss. In 25 Jahren werde der Flughafen sich selbst finanzieren. Ganz nebenbei rechnet er auch mit seinem Ex-Technikchef ab.

Der Flughafen BER kostet bislang 5,4 Milliarden Euro, das ist der aktuelle Stand. Ob es bei diesem Kostenrahmen bleibt, ist bislang noch nicht abzusehen. Der ehemalige Chef des Airport-Aufsichtsrates, Hartmut Mehdorn, meldet sich jetzt in Sachen Finanzierung zu Wort. Die Steuerzahler werden seiner Meinung nach nicht auf der Rechnung für den neuen Hauptstadtflughafen sitzen bleiben. "Am Ende wird er sich selber tragen und seine Schulden tilgen", sagte Mehdorn im Untersuchungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses. Den Zeithorizont dafür bezifferte er auf 25 Jahre.

An deren Ende werde der Steuerzahler außer der Zwischenfinanzierung nichts bezahlt haben. Die Kosten für den drittgrößten deutschen Flughafen werden aktuell mit 3 Milliarden Euro aus öffentlichen Kassen finanziert. Mehdorn hatte seinen Posten vergangene Woche nach zwei Jahren abgegeben, weil er sich vom Aufsichtsrat nicht genug unterstützt sah. Sein Nachfolger ist Karsten Mühlenfeld, ein ehemaliger Rolls-Royce-Manager.

Einige Verzögerungen im Ablauf

Als Zeitungen im Dezember schrieben, der Bund suche einen Nachfolger für Mehdorn, kündigte er selbst seinen Rücktritt an. Im Untersuchungsausschuss veröffentlichte er auch weitere Details zum Zeitplan bis zur Fertigstellung des BERs. Mehdorn deutete an, dass die bislang für Mitte März 2016 geplante Fertigstellung des Terminals sich auch etwas verzögern könnte. Er sprach nun von "März/April". Die letzten Pläne zum Umbau der Entrauchung sollen demnach dieses Jahr "nach der Sommerpause" vorliegen. Technikchef Jörg Marks hatte diese Woche eingeräumt, die Arbeiten lägen etwas hinter dem Zeitplan. Er sei aber optimistisch, dass der Flughafen wie geplant im zweiten Halbjahr 2017 in Betrieb gehe.

Der ehemalige BER-Chef nutzt den Untersuchungsausschuss auch, um gegen seinen ehemaligen Technikchef Amann zu schießen. Aus seiner Sicht habe er ihn nicht besonders freundlich empfangen. Mehdorn erwiderte Vorwürfe von Horst Amann. "Amann gab mir ziemlich zu Anfang zu verstehen, dass er mich da nicht braucht", sagte Mehdorn rückblickend auf seinen Amtsantritt vor zwei Jahren. Amann war da schon seit sieben Monaten auf der Baustelle. Vor zwei Wochen erhob er den gleichen Vorwurf gegen Mehdorn, um den monatelangen Machtkampf der beiden Manager im Jahr 2013 zu erklären. Mehdorn sagte, auch Amann seien zuvor Hoffnungen auf den Chefposten gemacht worden. "Insofern war da eigentlich vom Tag eins an ein bisschen Frust."

Auch Vertreter des Bundes bekommen Mehdorns Kritik zu spüren: Im Ausschuss kritisierte Mehdorn Gedankenspiele des Verkehrsministers Alexander Dobrindt (CSU), Leipzig/Halle als Ausweichflughafen für Berlin zu nutzen. Ein solcher Vorstoß sei "ein bisschen schwierig", sagte Mehdorn und verwies darauf, dass der Bund im Aufsichtsrat gleichzeitig den Antrag bei der EU-Kommission mittrage, dem Berliner Flughafen mit weiteren 2,2 Milliarden Euro unter die Arme zu greifen. "Die Brüsseler lesen auch Zeitung", warnte Mehdorn.

Quelle: ntv.de, sgu/dpa

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