Wirtschaft

"Besteuert uns, die Reichen" Mehr als 100 Millionäre fordern Vermögenssteuer

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"Besteuert Vermögen. Besteuert die Reichen. Besteuert uns", fordert auch das britische Netzwerk "Partners in Progress".

(Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Weltweit sollen "die Reichen ihren gerechten Anteil zahlen" - darauf dringen knapp 100 Millionäre und internationale Organisationen. Eine Vermögenssteuer könne rund zwei Milliarden Menschen aus der Armut holen und Impfstoffe für die Weltbevölkerung finanzieren, heißt es in einem offenen Brief.

Mehrere internationale Organisationen und Millionäre schlagen eine Reichensteuer zur Pandemie-Bekämpfung vor. "Während Milliarden von Menschen während dieser Pandemie ums Überleben kämpfen, gerät das Vermögen der Milliardäre außer Kontrolle. Das kann nicht gerecht sein", erklärte die Koordinatorin der Aktivistenbewegung Fight Inequality Alliance, Jenny Ricks. Zusammen mit Oxfam, dem US-Institute for Policy Studies und Patriotic Millionaires, einem Zusammenschluss wohlhabender US-Bürger, forderte sie eine weltweite Vermögenssteuer. Oxfam hatte bereits zuvor einen neuen Report veröffentlicht, wonach die Vermögen der zehn reichsten Männer der Welt sich seit Beginn der Pandemie mehr als verdoppelt haben.

Die Steuer sollte für Vermögen über fünf Millionen Dollar (4,4 Millionen Euro) zwei Prozent jährlich betragen, für Vermögen über 50 Millionen Dollar drei Prozent und für Vermögen über einer Milliarde Dollar fünf Prozent. Insgesamt könnten damit nach Schätzung der Aktivisten jährlich mehr als 2,5 Billionen Dollar eingetrieben werden. Damit könnten demnach 2,3 Milliarden Menschen aus der Armut geholt und Corona-Impfstoffe für die gesamte Weltbevölkerung finanziert werden.

In einem offenen Brief erklärten mehr als 100 Millionäre, darunter auch Mitglieder von Patriotic Millionaires, dass das derzeitige Steuersystem "nicht fair" sei. Jedes Land der Welt müsse verlangen, "dass die Reichen ihren gerechten Anteil zahlen", heißt es in dem Brief. "Besteuert uns, die Reichen, und zwar jetzt."

Die Patriotic Millionaires veröffentlichen ihren Brief anlässlich der Veranstaltungsreihe "Davos Agenda" des Weltwirtschaftsforums, das wegen der Corona-Pandemie erneut online stattfand. Zu den Unterzeichnern und Unterzeichnerinnen gehören den Angaben zufolge die amerikanische Filmproduzentin und Erbin Abigail Disney, der dänisch-iranische Unternehmer Djaffar Shalchi, der amerikanische Unternehmer und Risikokapitalgeber Nick Hanauer sowie die österreichische Studentin und BASF-Erbin Marlene Engelhorn.

Quelle: ntv.de, mbu/AFP/dpa

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