Kooperation mit NvidiaMercedes greift mit neuem Fahrassistenzsystem Tesla an
Bisher gibt es das nur von Tesla: In den USA will Mercedes noch in diesem Jahr einen weitgehend autonomen Fahrassistenten auf den Markt bringen. Weiteres Ergebnis einer Kooperation mit Nvidia: Schon bald sollen in den USA Mercedes-Robotaxis durch die Großstädte fahren.
Mercedes-Benz will noch in diesem Jahr in den USA ein neues Fahrassistenzsystem auf den Markt bringen und damit den Konkurrenten Tesla herausfordern. Das System ermöglicht es Fahrzeugen, unter Aufsicht des Fahrers weitgehend autonom auf städtischen Straßen zu fahren, teilte der Stuttgarter Autobauer mit. Die Funktion mit dem Namen "MB.DRIVE ASSIST PRO" könne Kreuzungen überqueren, abbiegen und Ampeln beachten. In den USA soll das System für drei Jahre 3950 Dollar kosten.
Bislang ist Tesla der einzige Autohersteller, der mit seinem "Full Self-Driving"-System (FSD) eine vergleichbare Funktion in den USA anbietet. Dieses kostet rund 8000 Dollar als Einmalkauf oder 99 Dollar pro Monat im Abonnement.
Die meisten Autohersteller beschränken Selbstfahrfunktionen auf Autobahnen, wo die Verkehrsmuster vorhersehbarer sind. Wie bei Tesla müssen jedoch auch bei dem Mercedes-System die Fahrer jederzeit aufmerksam und bereit zum Eingreifen bleiben. In China ist das System bereits seit Ende vergangenen Jahres erhältlich.
Das neue System von Mercedes ist das Ergebnis einer neuen Partnerschaft mit dem Chiphersteller Nvidia. Der Halbleiterriese teilte zudem mit, darauf aufbauend im kommenden Jahr gemeinsam mit einem Partner einen Robotaxi-Dienst mit vollständig autonom fahrenden Autos an den Start bringen zu wollen.
Nvidia-Chef Jensen Huang versprach auf der CES in Las Vegas Autos mit Künstlicher Intelligenz, die Verkehrssituationen wie ein Mensch am Steuer analysieren und Entscheidungen treffen. Zwischen 2028 und 2030 will Nvidia die Technologie auch in Privatfahrzeuge bringen.
Bisher ist Waymo Platzhirsch in den USA
Den aktuellen Stand der Technik hatte Nvidia wenige Wochen vor der Technikmesse gemeinsam mit Mercedes-Benz demonstriert. Ein Serienfahrzeug des neuen Mercedes-Modells CLA navigierte durch den Straßenverkehr von San Francisco und beachtete dabei Vorfahrt-Regeln, Ampeln, Verkehrsschilder und Fußgänger. Bei einer rund 45-minütigen Route musste der Sicherheitsfahrer bei ein paar Situationen eingreifen.
In der Stadt muss die Software unter anderem interpretieren, ob Menschen die Straße überqueren wollen oder nur auf dem Gehweg stehen. Der CLA erfasst seine Umgebung mit zehn Kameras und fünf Radaren. Beim Robotaxi will Nvidia auch Laser-Radare einsetzen, die das Umfeld des Fahrzeugs abtasten.
Tesla-Chef Elon Musk ist damit weiterhin allein mit seinem Plan, für selbstfahrende Autos ausschließlich Kameras zu nutzen. Nvidia setzt darauf, seine Technik und Software in den kommenden Jahren in Fahrzeuge verschiedener Hersteller zu bringen.
Führend beim autonomen Fahren ist aktuell die Google-Schwesterfirma Waymo, die in mehreren US-Städten 2.500 fahrerlose Robotaxis betreibt.
